Nepal: Swayambunath, eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt

Am nächsten Tag wollten wir eines der wichtigsten Heiligtümer des Buddhismus, Swayambunath, besichtigen. Swayambunath (UNESCO-Kulturerbe) liegt auf einem Hügel, von dem aus man einen fantastischen Blick auf Kathmandu und das Tal mit den Himalaya-Riesen im Hintergrund hat. Wir hatten Glück, dass Kathmandu ausnahmsweise nicht unter einer Smogdecke lag, ein nicht allzu häufiger Anblick. Für mich war der große Stupa mit den allsehenden Augen Buddhas ein beeindruckendes Erlebnis.

Beim Aufstieg zum buddhistischen Heiligtum Swayambunath kamen wir an mehreren Andenken- und Devotionalien-Verkaufsständen vorbei. An einem Stand sahen wir einen  kleinen nepalesischen Jungen, der sich  eine Kiste als Rückzugsort ausgewählt  hatte und von dort die Vorbeikommenden beobachtete.

Ich hatte zwar schon Fotos von Swayambunath gesehen,  aber in natura war das Heiligtum wesentlich beeindruckender. Viele Gläubige, darunter auch zahlreiche Mönche, zündeten Butterfettlampen an und gingen im Uhrzeigersinn um den Stupa herum, während sie die vielen Gebetsmühlen in Bewegung setzten und dabei ihre Gebete murmelten.

                                                                                                                                           

Betende Mönche am Fuß von Swayambunath

Um den Stupa herum gab es noch mehrere kleinere, aber sehenswerte Schreine, Tempel und Buddhafiguren. Dort sah ich auch den „schwarzen Buddha“, eine seltene Buddha-Statue.

Schwarzer Buddha

Blick von Swayambunath auf Kathmandu

Plötzlich hörte ich entsetzte Schreie und sah über das Geländer, das die Treppe mit den 365 Stufen begrenzt, die von Kathmandu zum Heiligtum hinaufführen, denn von daher kamen die Schreie. Mitten auf der Treppe lag regungslos ein jüngerer Mann mit völlig verdrehtem Kopf,, offensichtlich ein westlicher Tourist. Ich habe noch nie soviel Blut wie das des Mannes gesehen, das offensichtlich aus dem Kopf kam und die Treppe hinunterfloß. Es dauerte eine ganze Weile, bis einige Einheimische eine Bahre organisiert hatten und auf dieser den Mann nach oben transportieren konnten. Mein Mann hatte glücklicherweise nichts von dem Unglück mitbekommen, da er sich weiter weg befand, aber mich verfolgte dieses schreckliche Ereignis noch lange.

Für den Abstieg von Swayambunath nach Kathmandu nahmen wir nicht die Treppe wie die meisten Besucher des Heiligtums, sondern gingen die Straße hinunter. Dabei kamen wir an einem tibetischen Kloster vorbei. Es war das erste, das ich sah, später sollten noch mehrere folgen.

Tibetisches Kloster

Am Nachmittag wollten wir mit dem Auto zum Durbar Square in Kathmandu fahren, aber da die Straßen teils aufgerissen und voller Schutt waren, mussten wir aussteigen und ein ganzes Stück zu Fuß gehen bzw. stolpern. Der Himmel hatte sich inzwischen bezogen, und als wir auf dem Platz ankamen, begann es zu regnen, so als ob der Himmel wegen des schrecklichen Unglücksfalles zu weinen begonnen hätte. Wir hatten unsere Schirme im Hotel gelassen, da wir bei herrlichem Wetter aufgebrochen waren, aber im Handumdrehen stand ein pfiffiger Regenschirmverkäufer vor uns und bot uns seine Ware an. Wir kauften zwei Schirme, die wir heute noch besitzen. Kurz darauf hörte der Regen auf, und es kam die Sonne hervor. Die Schirme haben wir glücklicherweise während der ganzen Nepalreise nicht wieder gebraucht.

                                                                                                                                                                                                         

7 Kommentare zu „Nepal: Swayambunath, eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt

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