Buenos Aires, die Stadt von Papst Franziskus, „La Ciudad Del Papa Francisco“

Die Argentinier im allgemeinen, und vor allem die Portenos, wie die Einwohner von Buenos Aires genannt werden, lieben und verehren „ihren“ Papst und sind sehr stolz auf ihn. Als er am 13. März 2013 zum Papst gewählt wurde, läuteten im ganzen Land die Glocken, der „Papa“ (Papst) wurde gefeiert wie der Gewinn einer Fußball-WM, zumal der ehemalige Bischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergolio, bekennender Fußball-Fan ist. Er ist der erste Jesuit, der erste Nichteuropäer und dazu noch der erste Argentinier, der als Papst gewählt wurde.

Sein Vater, ein Bahnarbeiter italienischer Herkunft, soll ihn als Junge jedes Wochenende ins Stadion mitgenommen haben. Der Fußball hat in Argentinien noch immer eine ganz besondere Bedeutung, auch wenn die Argentinier die letzte Fußball-Weltmeisterschaft nicht gewonnen haben. „Wir haben Messi – und jetzt den Papst“, den ersten Papst aus Lateinamerika, das ist für die Argentinier wichtig. Die Portenos haben nicht vergessen, dass der ehemalige Kardinal ein „Kardinal der Armen“ war, der ein enormes soziales Engagement bewiesen hatte, der sich nicht scheute, in die Armenviertel von Buenos Aires zu gehen und lieber den Bus oder die Subte, die U-Bahn,  benutzte, als mit der Bischofslimousine zu fahren.

Auf dem ältesten Platz von Buenos Aires, der Plaza de Mayo, auf dem sich die wichtigsten Ereignisse der argentinischen Geschichte abspielten und der durch die „Madres de la Plaza de Mayo“ weltweit bekannt wurde, steht die bedeutendste Kirche von Buenos Aires, die klassizistische Catedral Metropolitana. In dieser Kirche wirkte Papst Francisco fünfzehn  Jahre lang bis zu seiner Wahl im Jahr 2013 zum Papst. An der Plaza de Mayo kennt jeder Jorge Mario Bergoglio, egal ob Geschäftsmann, Friseur oder der Kioskbesitzer an der Ecke. Er hat in der Catedral Metropolitana viele Paare getraut, Kinder und Enkelkinder getauft, Beerdigungen begleitet und vieles mehr geleistet. Die Argentinier, vor allem die Portenos, lieben ihn vor allem für seine herausragendste Eigenschaft, die Menschlichkeit. Er wohnte nicht im Bischofspalast, sondern im weißen Betonklotz direkt neben der Catedral Metropolitana, in dem eigentlich sonst nur die Büroräume der Kurie sind.

La Catedral Metropolitana, 15 Jahre lang die Wirkstätte von Papst Francisco

Die Kuppel der Kathedrale  Innenansicht der Kathedrale

Wir konnten überall in Buenos Aires T-Shirts und andere Artikel mit dem Aufdruck „Ich komme vom Ende der Welt“ kaufen, dem Spruch, den er als neu gewählter Papst Franziskus geäußert hatte. Wenn wir in Buenos Aires unterwegs waren, fanden wir  Abbildungen des Papstes in jedem Stadtteil, zum Beispiel  auch in „La Boca“, dem ehemaligen Hafen- und jetzigem Szene-Viertel, oder auf Bussen, Plakaten in Geschäften usw. Er war und bleibt einer der ihren, ein einfacher, bescheidener Mann, der sich vor allem um die Nöte der Armen kümmerte. Er ist ihre größte Hoffnung für die Zukunft.

Auch auf der Heckscheibe des Busses No. 29, mit dem wir manchmal in Buenos Aires unterwegs waren,  sahen wir das Porträt von Papst Franziskus, El Papa Francisco, mit einem Mate-Becher (Mate ist das traditionelle Getränk der Argentinier) in der Hand. Aber auch in anderen Vierteln von Buenos Aires waren die Seitenwände von Bussen mit dem Bild des Papstes zu sehen.

Auf dem Rückfenster des Busses mit der No. 29 ist das Bild des Papstes mit einem Mate-Becher und der dazu gehörigen Bombilla zu sehen.

Den Bus mit dem Bild des Papstes sahen wir immer wieder in verschiedenen Stadtteilen von Buenos Aires.

Als ich mit meiner Tochter 2001 das letzte Mal in La Boca, dem früheren Hafen- und jetzigem Szene-Viertel von Buenos Aires war, wurde zwar interessiert das Lokal, aber nicht der Balkon des bekannten Lokals „Caminito“  beachtet. Mit „Papa Francisco“ auf dem Balkon dagegen drängelten sich Einheimische und Touristen davor, um ein Foto von „Ihrem “ Papst zu machen.

Der Papst auf einem Balkon in La Boca

Am Ostersonntag 2018 spendete  Papst Francisco während der Ostermesse auf dem Petersplatz in Rom traditionell den Segen „urbi et orbi“ der Stadt und der ganzen Welt. Doch er nutzte dabei die Gelegenheit zu kritischen Tönen, wie man es bei ihm gewohnt ist. Er ging auf den jüngsten Konflikt in Israel an der Grenze des Gazastreifens ein. Dort waren bei heftigen Protesten palästinensischer Jugendlicher Menschen ums Leben gekommen. Der Bezug zu Israel war Anlass genug, feiern die Christen doch zu Ostern die Auferstehung Jesu vom Tod.
Der Pontifex ging auch, wie bei ihm kaum anders zu erwarten ist, auf den Konflikt in Syrien ein. Er forderte ein Ende des endlosen und sinnlosen Konflikts. „Möge an Ostern das Licht des auferstandenen Christus die Gewissen aller politischen und militärischen Verantwortungsträger erleuchten, auf dass die fortschreitende Vernichtung sofort beendet, das humanitäre Völkerrecht respektiert und der Zugang zu der von diesen unseren Brüdern und Schwestern dringend benötigten Hilfe erleichtert wird“, so der Papst.

 

 

 

6 Kommentare zu „Buenos Aires, die Stadt von Papst Franziskus, „La Ciudad Del Papa Francisco“

    1. Ich habe Papst Franziskus noch damals in Buenos Aires kennengelernt, bevor er zum Papst ernannt wurde. Er ging in die Viertel der Ärmsten und war äußerst bescheiden. Deshalb war er auch schon damals beliebt, weil er „einer der ihren“ war. Ein sehr empathischer Mensch, auch mit menschlichen Schwächen wie jeder Mensch.

      Gefällt 1 Person

    1. Ich verfolgte damals, zur Zeit seiner Wahl, den Blog der früheren Präsidenten von Argentinien, Christina Fernandez de Kirchner. Sie war überglücklich über die Wahl des argentinischen Papstes. Sie besuchte ihn auch in Rom und wurde dort von ihm in Ehren empfangen. Es war für die Argentinier ein wichtiges Ereignis.

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s