Südsee – Inseln – B o r a B o r a

Bora Bora  –  die Trauminsel  (?)

Bora Bora, die „Trauminsel“:  jeder hat den Namen schon einmal gehört, sei es in Schlagern, Filmen oder in anderen Medien. Aber kaum einer weiß genau, wo die Insel liegt. Bereits Tony Marshall hatte Bora Bora 1978 im gleichnamigen Lied besungen und wurde deshalb 2008 Ehrenbürger der Insel, der Schriftsteller James Mitchener sagte sogar, dass  Bora Bora  „die schönste Insel der Welt“ sei. Bora Bora polarisiert diejenigen, die die Insel kennen gelernt haben wie kaum ein anderes Reiseziel. Es gibt viele, die finden, dass die Insel einzigartig ist und jede Mühe lohnt. Sie nehmen sogar rund 20 Stunden Flug auf sich, um sie zu sehen. Es gibt aber auch zahlreiche Personen, die der Meinung sind,  dass die „Perle des Pazifik“ zu  überlaufen, zu voll, eng, laut und extrem teuer ist und dass es schönere Reiseziele gibt.

Bora Bora liegt im Zentrum der Gesellschaftsinseln  im Südpazifik und gehört zu Französisch-Polynesien.  Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und liegt 260 km nordwestlich von Tahiti und ist mit 38 Quadratkilometern ziemlich klein;  sie ist nur neun Kilometer lang  und an der breitesten Stelle fünf Kilometer breit. Bora Bora ist ein „klassisches“ Atoll mit einem Zentralberg sowie einem Korallensaum und zahlreichen Motus, kleinen Koralleninseln mit weißen Sandstränden und Kokospalmen.  Die höchste Erhebung ist der Mount Otemanu mit 727 m.

Bora Bora hat knapp 10.000 Einwohner, die überwiegend vom Tourismus leben. Der Hauptort ist Vaitape und ist  gleichzeitig Verwaltungszentrum der kleinen Insel. Bora Bora gehört zu den teuersten Reisezielen der Welt und wird vorwiegend von Amerikanern und Japanern besucht. Das viele Geld kommt jedoch beim Großteil der Einwohner nicht an, wir sahen viele ärmliche Hütten ohne jeglichen Komfort und Menschen, denen es finanziell offensichtlich nicht gut ging.

Bereits in Sydney, dem zweiten Reiseziel unserer Weltreise, wurden wir gefragt, welche optionalen Ausflüge wir buchen wollten, da die Plätze begrenzt seien. Der einzige Ausflug, der für Vanessa und mich infrage kam, war eine Flugexkursion von Papeete/Tahiti nach Bora Bora, denn es schien mir schwierig, den Flug, Transfer und Aufenthalt vorher zu organisieren.

Die Flugexkursion nach Bora Bora war sehr teuer, deshalb interessierten sich nur wenige Reiseteilnehmer dafür. Aber meine Tochter und ich dachten, dass wir sicherlich nie wieder in die Südsee kämen und die Möglichkeit hätten, die „Traum-Insel“ Bora Bora zu sehen. Deshalb „bissen wir in den sauren Apfel“ und bezahlten bereits im voraus den stolzen Preis. Hinterher waren wir froh, dass wir es gemacht hatten, schon allein wegen des grandiosen Landeanflugs auf die Insel.

Am Morgen des dritten Tages auf Tahiti  wurden Vanessa und ich schon um fünf Uhr morgens abgeholt und zum Flughafen von Papeete gebracht wurden. Ich hatte vorher von einem Hotelangestellten erfahren, dass man auf jeden Fall versuchen sollte, einen Platz auf der linken Seite des Flugzeugs zu bekommen, da man nur von dort aus beim Landeanflug die wunderschöne Insel mit den unglaublich intensiven Farben zu sehen bekam. Im Flugzeug gab es keine nummerierten Plätze, und es bestand keine Möglichkeit, die Plätze vorher zu reservieren, deshalb lief ich bei der Öffnung des Gates in Papeete wenig lady-like zu dem winzigen Flugzeug von Air Tahiti und bekam tatsächlich zwei Fensterplätze, einen für Vanessa und einen für mich. Meine Tochter wollte ich diesem etwas unwürdigen Verhalten nicht aussetzen. Aber mir war bewusst, dass wir nie wieder eine solche Möglichkeit bekommen würden, diese schöne Insel mit den leuchtenden Farben von oben zu sehen. Die Passagiere, die auf der rechten Seite saßen, taten mir ein wenig leid: sie hatten zwar freie Aussicht, konnten aber nur das tiefe Blau des Meeres sehen, sonst gab es nichts zu bewundern.

Der Flug dauerte nur 50 Minuten. Man kann den Anblick der Insel beim Landeanflug nicht beschreiben, so einzigartig ist er. Lediglich Bilder vermitteln einen ungefähren Eindruck von der Atollform mit dem fast eingesunkenen Zentralberg, von dem tiefen Blau des Meeres, der türkisfarbenen Lagune sowie dem weißen Korallensaum ringsherum. Aquamarin, Türkis bis Smaragdgrün, eine märchenhaft leuchtende Lagune in den schönsten Farben, in der kleine Inseln, Motus,  zu schwimmen scheinen, und in der Mitte die für die Gesellschaftsinseln typische markante, grüne Bergsilhouette eines halb erloschenen Vulkans. Was für ein großartiger Anblick.

Der Flughafen von Bora Bora liegt auf dem Motu Mute im Norden der Insel. Er war Militärflugplatz der US-Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Damals waren bis zu 6.000 Soldaten auf Bora Bora stationiert. Bora Bora war eine wichtige Versorgungsbasis der USA im Südpazifik.

Schon die Fahrt durch die Lagune war ein Erlebnis. Die Insel wirkte nicht so schroff wie Tahiti, und die Farben der Lagune wechselten ständig von blau zu türkis, je nach Tiefe des Wassers. Wir wurden zu einem schönen Strand gebracht, auf dem wir den ganzen Tag auf Liegen bis zum späten Abend verbringen konnten. Wir schwammen mehrmals in dem warmen Wasser der Lagune und liehen uns Taucherbrillen und Flossen aus. Die bunten, tropischen Fische im Wasser zu beobachten, war ein Erlebnis, wir hatten vorher noch nie Derartiges gesehen. Erst viel später waren wir – jeder auf einer eigenen Reise: Vanessa allein und ich mit meinem Mann – im Great Barrier Reef in Australien, wo die Unterwasserwelt mit den wunderbaren Korallen noch vielseitiger und bunter war. Wir machten auch einen Ausflug mit einem Glasbodenschiff. Durch den Glasboden konnten wir ebenfalls die Unterwasserwelt betrachten, ohne vom Wellengang gestört zu werden. Wir sahen eine riesige, blau-schwarze Muschel, eine sogenannte „Mördermuschel“. Die Riesenmuschel kann bis zu 140 cm groß werden und bis zu 400 kg wiegen. Der Reiseleiter näherte einen Stift der Öffnung der Muschel;  diese schnappte sehr schnell zu. Er erzählte uns auch unter anderem, dass ein polynesischer Taucher vor vielen Jahren ertrank, weil eine „Mördermuschel“ seine Hand schnappte und nicht mehr los lies. Der Taucher wollte eine Perle aus der Muschel holen.

Das Mittagessen war im Preis inkludiert, aber die Preise für Getränke nicht, und diese waren extrem hoch. Wir beschränkten uns auf das Notwendigste, uns ging es um das Erlebnis Bora Bora, Getränke und Essen waren unwichtig. Dieser Tag war Südsee-Feeling pur, und wir waren froh, die Insel kennengelernt zu haben. Aber nach einem vollen Tag von frühmorgens bis spätabends  hatten wir genug Südsee erlebt. Wir waren froh, als wir müde in dem kleinen Flughafen von Bora Bora saßen und pünktlich wieder nach Tahiti fliegen konnten. Es war irgendwie eigenartig, als wir während des Wartens auf den Abflug im Flughafengebäude die Namen der Südsee-Inseln auf den Anschlagstafeln sahen, die mir früher wie Traumwelten erschienen waren: Raiatea, Rarotonga, Huahine, Aitutaki und viele andere, und wir waren nicht weit entfernt davon und könnten theoretisch jederzeit in weniger als einer Stunde dorthin fliegen. Das war ein besonderes Gefühl. Ein großartigerTag Südsee-Feeling auf Bora Bora; es hatte sich wirklich gelohnt, diesen Ausflug zu machen.

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3 Gedanken zu “Südsee – Inseln – B o r a B o r a

  1. Hallo Rosemarie,
    ein toller Reisebericht – sehr informativ und vor allem auch sehr spannend. Deine Beschreibung bringt einem dieses Paradies ein klein bisschen näher. Und großartige Bilder! Ich mag die Farben Blau und Türkis auch sehr gerne!

    Gefällt 1 Person

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