Südsee-Inseln – M o o r e a

Vom Hafen von Papeete,Tahiti, fuhren wir mit einem „normalen“ Schiff in rund 50 Minuten nach Moorea, der kleineren und sanften Schwesterinsel von Tahiti. Die Überfahrt war ruhig, es war kein Speedboot wie auf der Rückfahrt, und so konnten wir die Insel mit der markanten Silhouette langsam immer näher kommen sehen.

Blick bei der Anfahrt auf Moorea mit den gezackten Berggipfeln

Moorea ist wie Tahiti und Bora Bora eine der Gesellschaftsinseln und gehört politisch zu Französisch-Polynesien. Die herzförmige Insel liegt in Sichtweite von Tahiti und ist nur siebzehn Kilometer davon entfernt. Moorea ist 133 Quadratkilometer groß und hat knapp 17.000 Einwohner. Die Insel ist 19 km lang und 11 Kilometer breit. Wie Tahiti gehört Moorea zu den Inseln über dem Wind, ist also dem Wind zugewandt.

Im Norden wird Moorea von zwei imposanten Buchten eingekerbt: der Cook Baie, die nach Captain Cook benannt ist, der im Jahr 1777  die Insel besuchte, und der Opuohu Baie. Obwohl der höchste Berg der Mount Tohiea mit 1207 m ist, prägt der 899 m hote Mount Rotui  zwischen den beiden Baies die Silhouette der Insel. An der Nordwestspitze befinden sich zwei vorgelagerte Inseln, Motus, die unbewohnt sind. Eine dieser Inseln wird allerdings gerne als Tages-Ausflug  besucht. Ein geschlossenes Saumriff mit einigen Durchfahren  umgibt die Insel.

Die  Insel vulkanischen Ursprungs ist sehr fruchtbar, es werden Ananas, Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle angebaut, und es gibt eine Fruchtsaftfabrik.

Die Cook Baie vor dem Mount Rotui

Von Vaiare, dem Hafen an der Ostküste Mooreas,  fuhren wir zunächst an der Cook Baie entlang, in der zwei große Segelschiffe vor Anker lagen. In der Cook Baie machen viele Schiffe Station, die den Südpazifik von einem Kontinent zum anderen durchqueren, denn die Bucht ist Wind windgeschützt und bietet für einige Tage einen angenehmen Aufenthalt zum Auftanken und Erholen.

Von einem Aussichtspunkt, dem Belvedere Overlook, hatten wir einen einzigartigen Blick über die türkisfarbene Lagune, die durch ein Korallenriff vom tiefblauen Meer getrennt wird, auf ankernde Segelschiffe und auf die große Schwesterinsel Tahiti, die wir bisher noch nicht von weitem gesehen hatten. Vorher hatten wir Moorea von Tahiti aus sehen können, dieses Mal war es umgekehrt: wir sahen von Moorea zu der großen Schwesterinsel.

Diese intensiven Farben, Türkis, grün und Blau in allen Schattierungen, kannten wir bereits von Bora Bora, sie waren jedoch immer wieder schön und beeindruckend.

Blick auf die Schwesterinsel Tahiti

Wir hatten ein Zimmer mit Meerblick am schönen Temae Beach. Der Strand war sehr schmal mit aufgeschüttetem Sand, das Wasser seicht und nicht so sehr zum Schwimmen geeignet, aber auf jeden Fall für uns angenehm warm zum Wohlfühlen. Wir hätten aber die Möglichkeit gehabt, weiter hinauszufahren, um zu schwimmen, zu schnorcheln und zu tauchen, es war ein Paradies für Wassersportler, von denen es auch einige in der Hotelanlage gab, die diese Möglichkeiten ausgiebig nutzten.

Blick auf unsere Hotelanlage

Für einige Tage war es für uns wirklich schön und erholsam, aber wir hätten gern etwas von der Insel gesehen. Busse gab es zwar einige, die aber nicht nach einem festen Fahrplan fuhren. Es gab kaum Taxis, und wenn man eins bekam, forderte der Taxifahrer einen horrenden Preis, den wir nicht zahlen wollten. Also blieben wir in dem schönen Resort und genossen die wirklich einmalige und ruhige Atmosphäre. Länger hätten wir nicht bleiben mögen, dafür wurde es uns zu einseitig. Für Flitterwöchner, Wassersportler, Kinder und ausschließlich Ruhe Suchende ist Moorea ideal, da die Insel glücklicherweise nicht vom Tourismus überlaufen ist, wenn  nicht der lange Flug und die hohen Preise wären.

Für die Rückfahrt nach Tahiti hatten wir uns für das Tragflügelboot entschieden, das die 17 km lange Strecke in nur 30 Minuten zurücklegen sollte. Als wir das Boot betraten, waren wir erfreut, dass in der ersten Reihe noch Plätze frei waren und wir sozusagen Logenplätze hatten. So konnten wir Tahiti und später die Hauptstadt Papeete vom Wasser aus betrachten, wenn die große Schwesterinsel sich immer mehr näherte. Als das Boot losfuhr und immer mehr beschleunigte, wurde uns klar, warum die Plätze frei waren. Der Bug des Schiffes hob sich beim Beschleunigen immer mehr aus dem Wasser und klatschte bei jeder größeren Welle wieder auf das Wasser. So ging es einige Minuten lang.  Vanessa wurde zunehmend blasser und fast schon grünlich im Gesicht, und auch mir wurde allmählich schlecht, deshalb holte ich vorsichtshalber zwei an der Reling für solche Zwecke befestigte Tüten. Außerdem begaben wir uns schnellstens an das Heck des Schiffes, wo wir zwar keinen Sitzplatz mehr bekamen – die Einheimischen wussten, warum sie sich dort aufhielten – dafür aber war es dort ruhiger, und Vanessas Gesichtsfarbe normalisierte sich allmählich wieder. Als das Schiff sich dem Hafen von Papeete näherte, verlangsamte es die Fahrt, und es wurde wieder zu einem „normalen“ Boot, dessen Bug nicht ständig auf das Wasser klatschte. So konnten wir das sich nähernde Tahiti und dann die Hauptstadt Papeete doch noch in Ruhe vom Wasser aus sehen.

Blick vom Schiff aus auf Papeete, Tahiti

Wir blieben noch zwei erholsame Tage auf Tahiti. Eines Abends wurde vom Tahiti-Ballett eine Tanzaufführung mit Abendessen in unserem Hotel gegeben. Da es eine sehr bekannte Ballett-Gruppe aus Papeete war, sahen wir uns die Tanz-Show an. Die Frauen tanzten wirklich hervorragend, nur war ich etwas irritiert, dass sie an Stelle von normalen BHs halbierte Kokosnuss-Hälften trugen. Da wir direkt vornean saßen, konnten wir sehen, dass es sich tatsächlich um Natur-Kokosnusshälften mit scharfen Kanten handelte. Wenn die Frauen die Arme bewegten, hat ich Sorge, dass die Kokosnuss-Schalen sie verletzen könnten. Inzwischen habe ich mich informiert: die Tänzerinnen des Balletts tragen heute hübsche, normale Büstenhalter; die Kokosnuss-Hälften als BH gehören der Vergangenheit an.

Wir hatten noch einen langen Flug nach Los Angeles mit einigen Tagen Aufenthalt in der uns bereits bekannten „Stadt der Engel“ vor uns. Anschließend erfolgte dann der anstrengende Flug nach Deutschland. Im Flugzeug begrüßte mich eine Schülerin, die dachte, dass ich ebenso wie sie „lediglich“ in den Vereinigten Staaten von Amerika, in den USA, gewesen sei. Ich ließ sie in dem Glauben.

Als ich jetzt für die Vorbereitung der Artikel über die Südsee die Fotos von Tahiti, Moorea und Bora Bora nach so vielen Jahren wieder mit Abstand ansah, war ich froh, dass ich mir den damaligen Jungmädchenraum erfüllen konnte. Diese unglaublich intensiven Farben des Wassers  auf den Gesellschaftsinseln, das Zusammenspiel der verschiedenen Grün-, Blau- und Türkistöne in den verschiedensten Schattierungen vor dem Hintergrund der grünen Vulkangipfel habe ich seitdem immer vor Augen, besonders wenn ich die beiden Pareo-Tischdecken  aus Tahiti benutze , die in diesen Farben bedruckt sind.

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