Pisa – meine 11 Tipps für eine bezaubernde Stadt

Pisa ist eine der schönsten Städte der Toskana, aber das ist vielen Touristen nicht bekannt. Die meisten kommen, um den „Platz der Wunder“ und vor allem den Schiefen Turm zu sehen und danach direkt weiter nach Florenz oder in andere Städte und Gegenden der Toskana zu eilen. Pisa verdient jedoch mehr als die zwei oder drei Stunden, die meist der Stadt gewidmet werden. Der Torre Pendente ist nur eines von den vielen Schmuckstücken, die die Stadt zu bieten hat.

Pisa ist nicht nur eine aktive Universitätsstadt, sondern auch rege Geschäfts- und Handelsstadt mit schönem Hinterland und feinsandigen Stränden. Es ist keine große Stadt, die Hauptsehenswürdigkeiten kann man während eines Spaziergangs vom Hauptbahnhof in etwa 20 Minuten fußläufig erreichen. Man kann aber auch, wenn man weniger gut zu Fuß ist, den Bus nehmen. Es gibt prachtvolle Plätze mit ockerfarbenen, roten und gelben Häuserfassaden, aber auch enge Gassen, in denen die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.

Meine Tipps für einen Besuch von Pisa:

  • Tipp   1)    Lungarno – Riverwalk
  • Tipp   2)    Santa Maria della Spina
  • Tipp   3)    Porta Nova
  • Tipp   5)    Jüdischer Friedhof
  • Tipp   6)    Piazza dei Miracoli
  • Tipp   7)    Camposanto Monumentale
  • Tipp   8)    Duomo Santa Maria Assunta
  • Tipp   9)    Innenraum des Duomo
  • Tipp 10)    Baptisterium
  • Tipp 11)   Torre Pendente

Tipp 1)   Lungarno – Riverwalk

Der Riverwalk bietet sich an für einen Spaziergang entlang des träge fließenden Flusses Arno an. Man kann in Ruhe das Flusspanorama mit den alten Patrizierhäusern und den zahlreichen Brücken genießen. Wenn man entlang des Südufers des Arno bis zum Lungarno Gambacorti geht, findet man dort die kleine Kirche Santa Maria della Spina.

Spaziergang entlang des Arno

Tipp 2)   Santa Maria della Spina

 Einen reizvollen Anblick bietet die kleine Kirche Santa Maria della Spina. Sie wird auch Dornenkirche genannt, weil dort lange Zeit ein Dorn aus der Dornenkrone aufbewahrt wurde. Die Kirche liegt fast unscheinbar am südlichen Arno-Ufer in der Nähe der Brücke Ponte Solferino über den Arno und ist vor den dahinter liegenden Häusern von weitem kaum auszumachen. Gotische Elemente, z.B. Abschluss durch Baldachine und und Ziergiebel, schmücken die kleine Kirche. Die Lage am Hochufer des Arno ist ungewöhnlich; 1871 wurde sie wegen Hochwassergefahr Stein für Stein abgetragen und erhöht wieder aufgebaut.

Santa Maria della Spina wird nicht so häufig besucht wie die anderen Highlights von Pisa, da sie sich nicht auf dem direktem Weg von dem Bahnhof zum Dom befindet. Heute finden in der Kirche oft Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst statt.

Santa Maria della Spina am Hochufer des Arno

Santa Maria della Spina

Tipp 3)   Historische Stadtmauer

Die historische Stadtmauer von Pisa ist eine der ältesten Stadtmauern aus dem frühen Mittelalter. Sie wurde Anfang des 20. Jahrunderts fast komplett zerstört, um eine Erweiterung der Stadt zu erleichtern. Einen Teil der historischen Mauer hat man jedoch noch im Originalzustand belassen. Gegen eine geringe Gebühr kann man auf die Mauer hinaufsteigen und oben entlang gehen. Von dort hat man einen grandiosen Blick auf die Piazza dei Miracoli mit dem Ensemble aus Baptisterium, Dom und Campanile (Schiefer Turm). Es sind nicht allzuviele Touristen, die sich hierher verirren, so dass man in Ruhe die architektonischen Meisterwerke von mehreren Seiten aus betrachten kann.

Der Aufgang zum Spaziergang auf der Historischen Mauer befindet sich in der Porta Leone, ebenfalls ein altes Stadttor der alten Mauer. Die Porta Leone (Löwentor) liegt hinter dem Baptisterium rechts einige Meter von der Porta Nova entfernt.

Blick von der Stadtmauer auf Dom und Torre Pendente 

Tipp 4)   Porta Nova

Eines der hervorragend erhaltenen Tore in der alten Stadtmauer ist die Porta Nova, durch die man meistens die Piazza dei Miracoli betritt. Auf dem Platz hinter der Porta Nova gibt es einen echten ethnischen Markt.

Porta Nova in der historischen Stadtmauer

Tipp 5)   Historischer Jüdischer Friedhof

Hinter der Porta Nova befindet sich der jüdische Friedhof, der von Besuchern meist nicht beachtet wird. Er wurde 1674  errichtet  und ist einer der ältesten Friedhöfe der Welt. Der Friedhof ist nur Sonntag Vormittag und Mittwoch Nachmittag geöffnet. Links im Bild sieht man ein Stück der Historischen Stadtmauer, an die der Friedhof angelehnt ist.

Blick von der Stadtmauer auf den jüdischen Friedhof

 Grabstätten des alten Friedhofs

Tipp 6)   Piazza dei Miracoli 

Die Piazza dei Miracoli, der „Platz der Wunder“, liegt im Nordosten von Pisa auf einer weitläufigen Rasenfläche mit vier Meisterwerken aus weißem Carrara-Marmor: dem weltberühmten Glockenturm Torre Pendente, als Schiefer Turm von Pisa bekannt, dem Duomo Santa Maria Assunta, dem Baptisterium und der Friedhofsanlage Camposanto Monumentale. Es sind vier Bauwerke mittelalterlicher Monumentalkunst; jedes einzelne Gebäude ist ein architektonisches Meisterwerk. Ursprünglich lagen die Gebäude in der Nähe eines antiken Flusshafens, als Pisa noch Seerepublik war. Im Gegensatz zu den meisten anderen weltberühmten Bauwerken ist der Blick auf sie nicht durch Häuserfluchten versperrt. Die freie Lage auf der Wiese ermöglicht ein Betrachten der Wunderwerke von verschiedenen Seiten. Den Namen „Piazza dei Miracoli“, Platz der Wunder, hatte der Dichter D´Annunzio dem Platz wegen des einzigartigen Ensembles gegeben.

Piazza dei Miracoli mit Dom, links Camposanto Monumentale

Piazza dei Miracoli mit Baptisterium, Dom und Torre Pendente

Tipp 7)   Camposanto Monumentale

Der Camposanto Monumentale ist ein monumentaler ehemaliger Friedhof. Das Bauwerk wurde im Krieg 1944 stark beschädigt und später wieder aufgebaut. Von außen wirkt das Gebäude eher schlicht, innen gibt es einen langen Kreuzgang mit schönen Fresken und Rundbogenarkaden. Heute ist der Camposanto Monumentale ein Museum, dessen Besuch sich in jedem Fall lohnt.

Dach des Camposanto Monumentale von der Piazza dei Miracoli aus gesehen

Detailaufnahme der Dachverzierung

Tipp 8)   Duomo Santa Maria Assunta

Eine Gedenktafel zwischen Baptisterium und Dom weist auf das 900-jährige  Jubiläum der Weihung des Duomo Santa Maria Assunta hin. Mit dem Bau des Doms wurde 1063  begonnen, am 26. September  1118 wurde er vom damaligen Papst eingeweiht, obwohl er noch nicht endgültig fertiggestellt war.

Stellwand zur 900-Jahr-Feier anlässlich der Einweihung des Doms 1118

 Der Dom wurde im Jahre 1063 auf den Überresten alter Tempel der Etrusker und Römer erbaut. Es ist ein gewaltiger Bau, der mindestens so sehenswert ist wie der Torre Pendente, der eigentlich „nur“ der Glockenturm des Doms ist.

Der Dom war lange Zeit Vorbild für andere Dome, wie z.B. die von Florenz und Siena. Wegen der Schönheit und der Imposants der im 12. Jahrhundert vollendeten Außenfassade nannte man den Stil „Pisaner Romanik“. Die Kuppel entstand erst im 14. Jahrhundert im gotischen Stil.

Dom mit Campanile 2018, links Camposanto Monumentale

Dom von der anderen Seite aus gesehen

Giebel des Doms

Tipp  9)   Innenraum des Doms

Der mächtige Innenraum des Doms ist besonders beeindruckend. Anders als in den viel besuchten Kathedralen von Florenz und Siena muss man für den Besuch dieses großartigen Bauwerkes in der Regel nicht so lange anstehen, und vor allem wird man von den nachfolgenden Besuchermassen nicht ständig vorwärts gedrängt. Man hat viel Muße, sich in eine Kirchenbank zu setzen und in Ruhe die Kunstwerke im Dom zu betrachten, wie z.B. die  berühmte Kanzel von Giovanni Pisano, den schönen Mosaikfußboden, die vergoldete Decke und die Fresken.

 Schöner Mosaikboden im Dom

Kuppel im Dom

Vergoldete Decke

Berühmte Kanzel von Giovanni Pisano

Tipp 10)   Baptisterium

Das Baptisterium ist die größte Taufkirche der christlichen Geschichte. Es steht neben dem Dom und wurde ebenfalls im Stil der Pisaner Romanik 1152 erbaut. Das Baptisterium ist mehr als 50 Meter hoch, im Innenraum steht ein achteckiges Taufbecken. Bekannt ist das Baptisterium durch die einzigartige Akkustik.

Baptisterium mit Dom und Campanile, links Camposanto Monumentale

Baptisterium San Giovanni

Tipp 11)   Torre Pendente 

Der Schiefe Turm, der Torre Pendente, ist für die meisten Besucher Pisas die Hauptattraktion. Zu seiner weltweiten Berühmtheit trug die Schieflage des Campanile bei. Ungewöhnlich ist auch die besondere zylindrische Form des 55 Meter hohen Turms mit den Blendarkaden; auch der Standort inmitten der Piazza dei Miracoli ist ungewöhnlich. Nach vielen Jahren der Sanierungsarbeiten zwecks Sicherung des Gebäudes kann man seit 2001 wieder über eine schmale Wendeltreppe mit 294 Stufen auf den Turm steigen. Von oben hat man eine grandiose Aussicht über die Piazza dei Miracoli, über Pisa und die Umgebung.

Da jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Touristen auf den Turm gelassen werden, sollte man unbedingt vorher einen Termin reservieren.

Torre Pendente im Abendlicht

Schön ist der Anblick des Schiefen Turms auch im Abendlicht, zumal sich dann nur noch wenige Besucher auf der Piazza dei Miracoli befinden.

Kosten:

  1. Busticket:  1,50 € Einzelkarte in einem Tabakladen (z.B. im Hauptbahnhof) oder am Automaten, wenn man im Bus löst, kostet es 2,00 € – 2,50 € Gültigkeitsdauer 90 Minuten, keine Viererkarten oder Tagestickets (Stand: September 2018)
  2. Piazza dei Miracoli:  kostenfrei, wenn man nur die Bauwerke von außen besichtigt
  3. Baptisterium:  5 € Besichtigung des Innenraums, Kombitickets
  4. Historische Mauer:  3 €, Tickets, Ticketschalter und Aufgang in der Porta Leone
  5. Dom:  2 €, frei in Verbindung mit einem anderen Ticket (Schiefer Turm, Baptisterium)
  6. Schiefer Turm:  18 €, unbedingt vorher reservieren, 30 Minuten Aufenthalt
  7. Fahrt vom Flughafen mit dem Pisa-Mover zum Bahnhof: 2,70 €

(Stand September 2018),   Kombi-Tickets für den Domplatz (Kathedrale, Baptisterium, Monumentalfriedhof, Sinopien-Museum und Museo dell´Opera/Museum der Kathedrale) sind möglich, 6 – 9 € je nach Jahreszeit

 

 

 

 

 

 

 

 

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