Köln in der Vorweihnachtszeit

In der Vorweihnachtszeit ist Köln wie verwandelt, es glitzert und blinkt, wohin man auch schaut, und man wird ständig mit Weihnachtsmusik beschallt. Für die meisten Besucher Kölns gehört der Rundgang über einen der zahlreichen Weihnachtsmärkte zur Vorweihnachtszeit. An den Wochenenden, meist bereits am späten Freitagvormittag, werden ganze Busladungen von Touristen aus dem weiteren Umland und aus den Nachbarländern in der Nähe des Doms „ausgespuckt“; die meisten Besucher wollen vor allem den Weihnachtsmarkt am Dom vor der beeindruckenden Kulisse des majestätischen Gotteshauses besuchen. Sie möchten die besondere Atmospäre genießen, stöbern, Geschenke kaufen, aber auch die vielen kulinarischen Angebote probieren, Glühwein und Anderes trinken und einen schönen Tag in der Vorweihnachtszeit verbringen.

Die Freude wird an solchen Tagen für einige durch die vielen Menschen, die sich durch die Gassen zwischen den Buden drängen, etwas getrübt. Aber nicht jeden stört das, es gibt auch etliche, die sich gerade in einer größeren Menschenmenge wohlfühlen.

Glücklich kann sich derjenige schätzen, der während der ruhigeren Zeit unter der Woche die Kölner Weihnachtsmärkte besuchen kann. Wenn die Sonne scheint, kann es zu einem besonderen Erlebnis werden. An solch einem schönen, sonnigen Tag in der Mitte der Woche hatte ich einen Termin in Köln und wollte mich außerdem am frühen Abend noch mit meiner Tochter treffen. Dazwischen lagen viele Stunden, die ich nutzen konnte, um wie üblich einige Zeit in der Stadtbibliothek zu verbringen und außerdem in Ruhe einige der vielen Weihnachtsmärkte ohne Menschenmassen zu besuchen.

Schöne Dekoration im Kölner Hauptbahnhof

Bereits bei der Ankunft mit dem Zug im Kölner Hauptbahnhof freue ich mich jedes Jahr aufs neue über die schöne Dekoration mit den Lichterketten, den roten Sternen und vielem, was die Meisten mit Weihnachten verbinden.

In der Nähe des Hauptbahnhofs kommt man an einem schönen, alten Hotel vorbei, dessen Fassade jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit geschmückt ist. Wenn die Sonne scheint, leuchten die roten Schleifen und Bänder der Kränze besonders intensiv.

Weihnachtlich geschmückte Fassade eines Hotels in Bahnhofsnähe

Nach den vielen Menschen im Bahnhof und auf dem Bahnhofsvorplatz ist es für mich wohltuend, in den Kölner Dom zu gehen und die Erhabenheit und Stille der Kathedrale auf mich wirken zu lassen. Trotz einiger Touristen und Besucher aus dem Umland herrscht im Dom fast absolute Ruhe, es wird höchstens leise geflüstert. Da die Sonne scheint, leuchten die Farben der Kirchenfenster besonders schön.

Fenster im Kölner Dom

Vom Dom aus gehe ich in der Vorweihnachtszeit als erstes immer zu der Krippe rechts vom Eingang am Domplatz. Sie ist seit vielen Jahren unverändert und gefällt mir durch ihre Schlichtheit immer wieder aufs Neue.

Krippe auf dem Weihnachtsmarkt am Kölner Dom

Die Heilige Familie

Es ist das erste Mal, dass ich den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom bei herrlichem Sonnenschein erlebe. Dadurch, dass nur wenige Besucher um diese Tageszeit da sind, ist es für mich besonders angenehm. So kann ich mir in Ruhe die verschiedenen Angebote der Händler ansehen und mich immer wieder an dem Anblick des einzigartigen Kölner Doms im Hintergrund erfreuen.

Weihnachtsmarkt vor dem Kölner Dom

Lichternetz über der Festbühne auf dem Roncalli-Platz

Auf der Festbühne, die in der Mitte des Weihnachtsmarktes auf dem Roncalli-Platz steht und die abends durch die vielen Kerzen des Lichternetzes hell erleuchtet ist, werden laufend unterschiedliche Programmpunkte präsentiert: verschiedene Chöre, Festredner und vieles mehr, so dass es den Besuchern des Weihnachtsmarktes nie langweilig wird.

Dekoration der Festbühne mit Sternen

Nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes am Dom wollte ich in die Zentralbibiothek am Neumarkt, mein Lieblingsaufenthalt, wenn ich in Köln bin. Dort kann ich stundenlang sitzen, stöbern, lesen und völlig „abtauchen“. Ich fuhr dieses Mal mit der Straßenbahn, obwohl es nur zwei Haltestellen sind. Während der Fahrt las ich wie meistens in einem Buch. Die Lektüre war so spannend, dass ich erst zu spät merkte, dass ich viel zu weit gefahren war. Ich befand mich in einem mir bis dahin völlig unbekannten Ortsteil Kölns. Ich war ungeplant in Neuehrenfeld „gelandet“, so sagte mir eine junge Frau auf meine Frage hin. Da ich nun schon einmal in Neuehrenfeld war und genügend Zeit hatte, sah ich mir das Viertel mit seinen Geschäften näher an und entdeckte auch einiges Interesssantes. Auf dem Rückweg zur Straßenbahnhaltestelle begegnete mir ein junger Mann, der mich freundlich anlächelte und mir einen schönen, sonnigen Tag wünschte. Einfach so, ohne besonderen Grund. Ein kleiner Glücksmoment, einer von vielen, an den ich mich sicher später einmal gern erinnern werde. Ich bedankte mich und wünschte dem jungen Mann ebenfalls einen schönen Tag.

Die Rückfahrt zum Neumarkt verlief problemlos, so dass ich zuerst die Zentralbibliothek besuchen und dann noch auf den „Markt der Engel“ auf dem Neumarkt gehen konnte. Es begann schon dämmrig zu werden, deshalb war die Beleuchtung des Weihnachtsmarktes und der zahllosen Sterne, die in den Bäumen angebracht sind, eingeschaltet.

„Markt der Engel“ auf dem Neumarkt

Je dunkler es wurde, desto mehr bekam ich den Eindruck, mich unter einem großen Himmelszelt zu befinden.

Die Größe und Form der Buden auf dem Neumarkt bieten ein einheitliches Bild, die Giebel sind jedoch immer anders verziert, so dass man die einzelnen Buden schon deshalb gut unterscheiden kann.

Engel über dem Neumarkt, dem „Markt der Engel“

Während der Straßenbahnfahrt zurück zum Neumarkt war ich wieder so in meine Lektüre vertieft, dass ich erneut den Ausstieg verpasste und erst wieder an der U-Bahn-Haltestelle Reichensberger Platz ausstieg. Es passiert mir fast nie, dass ich die gewünschten Haltestellen verpasse, aber an diesem Vorweihnachtstag geschah es gleich zweimal. Aber auch dieses Mal sollte es so sein, denn so ergab es sich, dass ich in der U-Bahn-Station des Reichensberger Platzes neben einem etwa dreijährigen dunkelhäutigen Jungen mit Pudelmütze saß, der mich scheu von der Seite her anlächelte. Ich lächelte zurück, daraufhin hob der kleine Junge seine kleine Hand und winkte mir zu. Ich winkte ebenfalls, und der kleine Junge begann regelrecht zu strahlen. Das übertrug sich offensichtlich auch auf die Eltern des kleinen Jungen, denn auch sie lächelten mich jetzt an. So wurde es für mich ein gelungener Vorweihnachtstag. Dieses Mal stieg ich an der richtigen Station aus und konnte fortan den Tag so gestalten, wie ich es vorgehabt hatte.

Einer der Eingänge zum Weihnachtsmarkt

Als es richtig dunkel geworden war, ging ich noch einmal mit meiner Tochter über den Weihnachtsmarkt am Dom. Ich wollte den Zauber der vielen Lichter des illuminierten Weihnachtsmarktes, von dem mir einige vorgeschwärmt hatten, selbst erleben. Inzwischen war es auf dem Weihnachtsmarkt sehr voll geworden, und ein Vorwärtskommen war sehr schwer. Deshalb blieb ich auch nicht allzu lange und verschob einige Einkäufe auf ein anderes Mal.

Eingang zum Weihnachtsmarkt vom Domplatz aus abends

Beleuchtete Stände vor dem Dom

Weihnachtmarktbeleuchtung abends

„Sternenhimmel“ über der Festbühne auf dem Roncalli-Platz

Für die nächsten Tage nahm ich mir vor, auch die vielen kleineren Weihnachtsmärkte Kölns zu besuchen, die alle völlig unterschiedlich sind, aber sehr schön und interessant sein sollen. Einige der Märkte hatte ich bereits in den Vorjahren besucht und war jeweils sehr angetan von der besonderen Atmosphäre der Märkte und dem Einfallsreichtum der Budenbesitzer.

 

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