Silvester in Singapur

Wir hatten es uns so schön vorgestellt: in Singapur das große Silvester-Feuerwerk an der Marina Bay, direkt am Wasser, ansehen, bei angenehmen Temperaturen draußen sitzen und das Neue Jahr mit einem grandiosen Feuerwerk über dem Wasser mit einem Glas Sekt in der Hand begrüßen. Deshalb hatten wir einige Tage Aufenthalt in Singapur unserer Reise nach Borneo und den Philipinnen vorangestellt. Doch es kam natürlich – wie oft bei Reisen – anders als geplant.

Wir kamen einen Tag vor Silvester bereits mittags in Singapur an. Nach dem Einchecken im Hotel wollten wir zunächst zum Singapore River. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem großen, grauen Gebäude mit verschiedenfarbigen bunten Fenstern vorbei, die uns schon beim letzten Singapur-Aufenthalt gefallen hatten. Die kleinen bunten Fenster des MICA,  Ministry of Information, Communicatioan and The Arts, sollen die ethnische Vielfalt von Singapur symbolysieren.

Gebäude des MICA mit bunten Fenstern

Singapore River und Boat Quay

Singapore River

 Vom Clark Quay flanierten wir am schön angelegten Ufer des Singapore Rivers entlang bis zum Boat Quay. Dort stiegen wir in eines der vielen kleinen Ausflugsschiffe ein, um einige der Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus zu sehen. Wir machten allerdings nicht die ganze Rundfahrt mit, sondern stiegen in der Nähe des Merlion-Parks aus. Bei unserem letzten Besuch wurde die 8,50 m hohe und 70 Tonnen schwere Merlion-Figur gerade restauriert und war deshalb mit Tüchern verhüllt.

Boat Quay mit Ausflugsbooten

Merlion-Figur

Dieses Mal hatten wir Glück, wir sahen die Figur unverhüllt, und die Fontäne funktionierte einwandfrei. Die Merlion-Figur, halb Fisch, halb Löwe, ist eine Art Nationalsymbol. In Singapur gibt es mehrere dieser Merlion-Figuren. Die größte Figur mit 37 m Höhe  ist auf Sentosa Island zu sehen.

Wasser speihende Merlion-Figur an der Marina Bay

Marina Bay

Der Name Merlion nimmt sowohl Bezug auf die Lage der Stadt am Wasser und auf Singapurs Namen, die Löwenstadt. Die Figur ist von einer Plattform umgeben, auf der sich viele Menschen befanden. Sie wollten wie wir den großartigen Blick auf die Marina Bay, den Hotelkomplex des Marina Bay Sands Hotels, auf Theatres on the Bay und auf den Singapore Flyer genießen.

Im Nordwesten der Marina Bay konnten wir den modernen, architektonisch interessanten Theaterkomplex „Theatres of the Bay“ betrachten, der wegen seiner Form den Spitznamen „Durian“, nach der Durian-Frucht, hat. 

Theatres on the Bay links
Auf dem Weg zum Marina Bay Sands Hotel kamen wir am Fullerton Bay Hotel vorbei. Es lohnte sich für uns, das Luxus-Hotel auch von innen anzusehen. Es war noch weihnachtlich geschmückt, im Souterrain gab es künstliche Weihnachtsbäume mit ebenso künstlichen Hirschen und Rehen.
Weihnachtsdekoration im Souterrain des Fullerton Bay Hotels

Marina Bay Sands Hotel

Anschließend gingen wir zum Marina Bay Sands Hotel. Das Hotel, das 2010 eröffnet wurde, ist ein architektonisches Wunderwerk, das bereits von weitem zu sehen ist. Es besteht aus drei nebeneinander stehenden Hotelbauten, die etwas schief aussehen und durch eine Art Schiffskonstruktion verbunden sind. Diese Konstruktion bildet das oberste Stockwerk des Hotels mit einem Sky-Park in 200 m Höhe und einem 150 m langen Infinity-Swimmingpool. Es ist ein Bauwerk der Superlative, das außer den Hotelgästen auch zahlreiche Besucher anlockt. Letztere können zwar nicht im Pool schwimmen – der ist nur Hotelgästen vorbehalten – , aber sie können die atemberaubende Aussicht auf die Skyline der Stadt und im SkyPark die vielen verschiedenen Baum- und Pflanzenarten bewundern.Marina Bay Sands Hotel

Gardens by the Bay

Hinter dem Marina Bay Sands Hotel war 2012 ein tropischer Park, Gardens by the Bay,  mit einer vielfältigen Pflanzenwelt, künstlichem Wasserfall, mehr als 220.000 Pflanzenarten und künstlichen „Super Trees“ eröffnet worden. Die 20 bis 50 m hohen Bäume, die solarbetriebenen werden, leuchten abends in verschiedenen Farben, es soll ein großartiges Schauspiel sein, das wir uns in der Silvesternacht ansehen wollten.

Blick durch die Super Trees auf das Marina Sands Hotel

Zwischen den Super Trees befindet sich ein Sky Walk, ein erhöhter Wandelgang, von dem aus man fortwährend andere Ausblicke hat.

Sky Walk zwischen den Super Trees

Löwenkopf-Brunnen im Gardens by the Bay

Chinatown

Am Silvester-Morgen fuhren wir nach Chinatown. Bereits 1822 hatte Stamford Raffles der chinesischen Ethnie, die die größte Bevölkerungsgruppe Singapurs zu werden schien, ein eigenes Gebiet zugeteilt. Das historische Herz von Chinatown hat sich in der letzten Zeit zu einem Schmuckstück entwickelt mit liebevoll restaurierten Häusern, die in Pastellfarben gestrichen wurden.

Es war der Jahreswechsel zum „Jahr des Pferdes“, den wir erlebten. Bereits beim Eingang zu Chinatown war die große, orangefarbene Pferdefigur, die auf das Jahr hinweisen sollte, nicht zu übersehen, und überall in Chinatown gab es Andenken mit Pferdesymbolen zu kaufen.

Schön restaurierte Häuser in Chinatown

Besonders gut hat mir im Süden von Chinatown der  „Temple of the Sacred Tooth Relic“ gefallen. Er wurde 2007 eröffnet und ist sowohl außen als auch innen in sattem Rot gestrichen.  Die Farbe Rot gilt als glücksverheißend in China. Das kunstvolle, aus verschiedenen Stufen bestehende Dach weist  sowohl chinesische als auch japanische Elemente auf.

Temple of the Sacred Tooth Relic

Gebetshalle des Tempels

Islamisches Viertel

Sehenswert sind auch die zahlreichen ethnischen Viertel Singapurs, z.B. das islamische Zentrum, das östlich von Little India liegt. Mittelpunkt  des Zentrums ist die schöne Sultan Mosque. Das islamische Viertel ist kleiner als das indische Viertel und wirkt sehr entspannt.

Sultan Mosque

Indisches Viertel „Little India“

In Little India, dem indischen Viertel von Singapur, findet man eine exotische Mischung aus Indern, Tamilen, Nepalesen, Bangladescher und Sri Lanker. In dem Viertel  geht es wesentlich lebhafter zu als im muslimischen Teil Singapurs. Besonders am Sonntag Abend ist Little India überfüllt, dann ist das Viertel für Touristen nicht so empfehlenswert. Den Hindu-Tempel „Veerama Kaliammam Temple“, dessen Turm mit Götterfiguren verziert ist, kann man schon von weitem erkennen.

Tempel in Little India

Silvester-Abend

Gegen 21 Uhr wollten wir die wenigen Stationen vom Hotel mit der MRT (Mass Rapid Transit) bis zum Raffles Place fahren, um von dort an die Marina Bay zu gehen. Wir dachten, dass die mehr als zweieinhalb Stunden ausreichen würden, um einen guten Platz zu bekommen. Aber wir kamen gar nicht erst an das Wasser, sondern wurden von einer ganzen Eskorte Uniformierter weiter geleitet., weg vom Wasser. Der Blick auf die Marina Bay wurde durch einer Menschenmasse verhindert; viele waren bereits am frühen Morgen gekommen und lagen auf Decken oder hatten ganze Campingausrüstungen aufgestellt. Deshalb fuhren wir resigniert wieder mit der Schnellbahn zurück zum Hotel. Aus dem Fenster des Hotelzimmers sahen wir das Silvester-Feuerwerk, das uns nicht so grandios und lang andauernd erschien wie das, was wir in anderen Städten, die ebenfalls am Wasser lagen, gesehen hatten. Aber es fehlte uns natürlich die besondere Stimmung, die wir in der Marina Bay inmitten von anderen Feierwilligen gehabt hätten.

Blick von Sentosa Island auf die Bautätigkeit von Singapur

Sentosa Island

Am Neujahrsmorgen wollten wir Sentosa Island besuchen. Vor über 20 Jahren, als ich zum ersten Mal allein dort war, schien es mir eine kleine, paradiesische Insel zu sein. Es gab damals eine Art Mini-Schwebebahn mit einer kleinen, offenen Kabine für ein bis zwei Personen, in der ich über die Insel „schwebte“ und mir einen guten Eindruck verschaffen konnte. Inzwischen war die Insel kommerzialisiert worden mit zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten für jedermann. Und es wurde immer weiter gebaut. Zahlreiche Baukräne behinderten den Blick auf die Bucht, den man sonst gehabt hätte, wenn man mit der Cable Car vom Mt.Faber auf die Sentosa Island gefahren wäre wie ich damals. Aber zumindest sahen wir dieses Mal einen schönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang auf Sentosa Island

Da wir am nächsten Tag, 2. Januar, erst spät abends mit dem Schiff abfuhren, konnten wir ausführlich den Botanischen Garten mit dem Orchideen-Garten besuchen, von dem ich bereits in einem anderen Beitrag berichtet habe.

https://seniorenumdiewelt.wordpress.com/2018/05/04/o-r-c-h-i-d-e-e-n-in-singapur/

Bei der Ausfahrt sahen wir noch einmal die beleuchtete Skyline von Singapur.

4 Gedanken zu “Silvester in Singapur

  1. Hallo Rosemarie,
    mein Mann und ich waren im November zum ersten Mal in Singapur. Es hat uns sehr gut gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das enttäuschend ist, wenn man an Silvester garnicht erst an die Marina Bay herankommt. Aber wer will schon den ganzen Tag dort campen?
    Mit welchem Schiff seid Ihr denn ab Singapur gefahren?
    Herzliche Grüße
    Renate

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Renate,
      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Es freut mich, dass Euch Singapur gefallen hat. Die Stadt ist sehr sauber und aufgeräumt und bietet unendlich viele Möglichkeiten , etwas Neues zu entdecken, mir fehlt ledigllich ein wenig das typisch Asiatische.
      Wir sind mit der Costa Victoria gefahren, eher ein Mittelklasse-Schiff, aber es geht uns bei Schiffsfahrten ausschließlich darum, neue Reiseziele zu entdecken
      Herzliche Grüße
      Rosemarie

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