Norwegen – von Oslo zum Nordkap

Die kühle Schöne im Norden Europas haben wir drei Mal mit dem Schiff besucht. Start war Hamburg, auch eine kühle Schöne im Norden unseres Landes. Die Elbphilharmonie war noch nicht fertig – jetzt ist das überstanden. Die Ausfahrt aus dem Hafen und die Elbe im Abendlicht ist traumhaft.

Ausfahrt aus dem Hafen von Hamburg abends

Die Stadt gleitet langsam an uns vorbei und erstaunlich: am Ufer stehen viele Menschen und winken uns zu; eigentlich sind die kühlen Norddeutschen das doch gewohnt. Wir winken unseren „Freunden“ zurück.

Oslo

Am nächsten Tag ein Schreck in der Morgenstunde: Wir haben in Oslo vor der Festung Akershus angelegt, Kanonen sind auf uns gerichtet. Aber es sind nur Museumsstücke, wie die ganze Festung. Sie bewacht den Oslofjord und schützt die Stadt vor den bösen Seeräubern.

Festung Akershus

Auf die Seefahrer von heute in den Luxuslinern wird nicht mehr geschossen, sie sind als zahlende Touristen willkommen. Das markante rote Rathaus liegt fußläufig entfernt.

Rathaus von Oslo

Hier wird jährlich am 10. Dezember der Friedens-Nobelpreis durch den König verliehen. Am Hafen im „Nobels Fredssenter“ sehen wir Portraits bekannter Preisträger und andere Erinnerungsstücke.

Nobelpreis-Center

Friedensnobelpreis 2011 für drei Frauenrechtlerinnen

Über die Karl Johans Gata, die Haupt-Shopping Meile, laufen wir zum „Kongelige Slott“, eine schnörkellose, wenig aufwendige Residenz für einen König. So bescheiden sind die Skandinavier eben.

Hauptstraße, im Hintergrund die „Kongelige Slot“

Residenz des Königs

Parlament – Storting

Mit der Straßenbahn fahren wir zum Vigeland Park, in dem mehr als 200 Skulpturen in Stein, Bronze und Eisen dieses Künstlers stehen; ein ruhiger Ort im Grünen zum Ausspannen.

Vigeland Park

Lohnend ist auch die Fahrt vom Hafen mit einer Barkasse zur Halbinsel Bugdoy mit dem Wikinger Museum, in dem drei restaurierte Wikingerboote ausgestellt sind; wir erfahren viel über die für Skandinavien so bedeutsame Zeit vom 8.bis 10. Jh. Mit diesen Booten haben die Vikinger wohl Amerika entdeckt.

Wikinger Museum

Auch die Oper erreicht man zu Fuß: Einmal den Norwegern aufs Dach steigen! Eigentlich ist das Bauwerk nur ein Quader aus Beton und viel Glas; die Architekten haben eine schräge Ebene von unten bis zum Dach dazu gebaut, so können wir bis nach oben laufen und die Aussicht auf die Stadt am Oslo-Fjord genießen.

Oper in Oslo

Blick von der Oper auf Oslo

Ausblick vom Dach der Oper

Stavanger ist der Ölhafen des Landes: Wir sehen Hochseeschlepper, technisches Gerät und einmal auch eine Bohrinsel. Am Hafenende steht die „Domkirke“, im 12.Jh. erbaut aus Felssteinen, nicht sehr groß, aber trutzig, Sitz des Bischofs, sie lohnt auch von innen. Nicht weit entfernt das Viertel Gamle Stavanger, die Altstadt. Viele Holzhäuser, weiss gestrichen und sorgsam gepflegt mit üppigem Blumenschmuck an den Fenstern und hübschen Gärten. Hypermodern das Ölmuseum auf der anderen Hafenseite.

Typische Holzhäuser mit Blumenschmuck

Altstadt von Stavanger

Bergen

Die nächste Stadt auf dem Weg nach Norden ist Bergen. Die Hansestadt war seit dem 13. Jh. Hauptstadt des Landes. Sie ist nach Ansicht der Bergener die schönste Stadt in Norwegen. Das Viertel Bryggen am Hafen geht auf die Hanse zurück, hier betrieben die Kaufleute ihre Geschäfte.

Häuser am Hafen von Bergen

Holzhäuser am Hafen von Bergen

Hier finden wir eine große Zahl alter Holzhäuser, die gehegt und gepflegt werden; vereinzelt haben die Häuser noch Holzskulpturen, die die Häuser früher statt Nummern identifizierten.

Wir sitzen im Sommer in einem der vielen Cafés, es ist so heiß, dass wir Schatten suchen; es fühlt sich an wie in Italien. Der Fischmarkt – nahebei – lohnt trotz des Geruches einen Blick. Der Höhepunkt – auch wörtlich – ist der Floyen, der Hausberg der Stadt, auf den uns eine Bahn in kurzer Zeit bringt. Von dort genießen wir den herrlichen Blick über die Stadt und den Byfjord.

Ausblick vom Floyen auf Bergen

Sognefjord

Ein Muss jeder Kreuzfahrt ist der Sognefjord, 204 km ins Land geschnitten und damit der längste Fjord der Welt. Er gabelt sich in zahlreiche Seitenarme, am bekanntesten wohl der Aurlandsfjord mit Flam am Ende.

Ortschaft am Aurlandsfjord

Flam

Der hübsche kleine Ort ist dem Ansturm von zwei Kreuzfahrtriesen kaum gewachsen, alle wollen mit der Flambahn die beeindruckende Landschaft genießen. Die Bahn überwindet 900 m Höhe durch ein enges Gebirgstal, an Wasserfällen hält sie zu Fotostopps, was die Touris reichlich nutzen.

Beim zweiten Besuch ist uns das Warten auf einen Platz im Zug zu lang; die Touristeninfo gibt uns einen „Geheimtipp“: Wir fahren mit einer Fähre in den immer enger werdenden Naerøfjord, der  der schönste und wildeste der Nebenarme des Sognefjords ist und auf der Welterbeliste der UNESCO steht.

 

Zum Schluss haben wir den Eindruck, dass das Schiff zwischen den 1000 m hoch aufragenden Felsen kaum mehr hindurch passt. Aber der Kapitän kennt sein Gewässer, anders als sein Kollege in Italien vor der Insel Giglio. Die Rückfahrt per Bus wird für meine Frau zum Horror: Sie hat Klaustrophobie; kaum verlässt der Bus Gudvangen, taucht er schon in den Tunnel und bleibt über 11 km drin; nach ein paar Hundert Metern Sonne folgt der nächste mit 5 km; aber Händchen halten hilft. Hätten wir das vorher gewusst.

Olden

Olden ist nur ein kleines Dorf am Ende des Nordfjord, 100 km vom Meer entfernt, keine Entfernung in der Fjordwelt. Die Fahrt lohnt sich.

Olden

Im Dorf steht eine kleine Kirche in Kreuzform, das Türmchen in der Mitte auf dem Dach. Die Kirche ist 1759 erbaut und ganz aus Holz, weiß gestrichen. Innen ein Tonnengewölbe, das Holz strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus.

Kirche und Friedhof in Olden

Wir fahren mit Boot und Bus in das Tal hinein. Der Briksdal- und der Jostedal-Gletscher schließen das Tal ab; ringsherum mächtige schneebedeckte Berge – im Mai! – , ein grandioser Anblick.

Gletscher am Ende des Nordfjords

Alesund

Das nächste Muss auf dem Weg nach Norden ist Ålesund am Eingang zum berühmten Geirangerfjord. Die Stadt liegt auf dem Festland und mehreren vorgelagerten Schären. Die Altstadt wurde bei einem Brand 1904 völlig zerstört und danach – auch mit einer Spende unseres letzten Kaisers – im Jugendstil wieder aufgebaut.

Wir sehen viele Erker, Türmchen und Blumengirlanden und farbige Fassaden;. der Bummel durch die Gassen ruft manches ah und oh hervor, so schön hat man den Jugendstil hier verwirklicht.

Alesund

Vom Hausberg Aksla, auf den wir über 400 Stufen schnaufend kraxeln, haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt und die Inseln davor.

Alesund von oben gesehen

 

Auch hier wieder eine kleine Kirche aus Felsstein ähnlich wie in Stavanger, innen mit einer Holzdecke. Und als „Geheimtipp“: In der Stadtbücherei gibt es neben Büchern auch WLAN für lau.

Trondheim

Der nächste Stopp des Kreuzfahrers ist immer Trondheim in Mittelnorwegen, deren Wurzeln schon über 1000 Jahre alt sind. Die Kathedrale ist im römisch-gotischen Stil erbaut, mit grünen Dächern. Nach der Verfassung werden hier die norwegischen Könige gekrönt, heute ist sie Bischofssitz.

Kathedrale von Trondheim

Aber auch ein Bummel zum Kanal, der die Innenstadt umschließt, lohnt. Dort stehen viele Speicherhäuser, meist aus Holz erbaut, eine alte Brücke auch aus Holz mit zwei roten Portalen. Gegenüber im Stadtteil Bakklandet finden wir viele alte Holzhäuschen, in denen Cafés und Werkstätten untergebracht sind.

Speicherhäuser in Trondheim

Holzbrücke in Trondheim

Lofoten

Auf dem Weg von Trondheim nordwärts nach Tromso liegen die Lofoten, eine Inselgruppe mit teilweise schroffen Bergen, bis zu 1000 m hoch. Der kleine Hafen Svolvaer überrascht mit bunten Häusern, die teilweise auf Stelzen im Wasser stehen.

Svolvaer, Lofoten

Im Sommer sorgen Scharen von Touristen für Rummel; alle wollen die Mitternachtssonne bestaunen. Wie mag es hier im Winter – ohne Tageslicht und ohne Touristen – aussehen?

Tromso

Tromsø hat die nördlichste Universität und die nördlichste Brauerei der Welt; hier ist alles nördlich. Im Winter geht die Sonne nie auf, dafür gibt’s im Sommer die Mitternachtssonne. Dann werden die Menschen hyperaktiv, denn: der nächste Winter kommt bestimmt. Die Stadt liegt teilweise auf einer Insel, die mit einer markanten Brücke mit dem Festland verbunden ist.

Brücke und Eismeerkathedrale

Dort steht das Wahrzeichen der Stadt: die Eismeerkathedrale, ein Nurdach-Bauwerk mit beeindruckenden Glasfenstern.

Fenster in der Eismeerkathedrale

Teilansicht des Glasfensters

Auf der Insel steht der – schon wieder – nördlichste evangelische Dom der Welt aus 1861, wieder vollständig aus Holz erbaut.

Dom in Tromso

Nordkap

Den Abschluss von zwei unserer Schiffsfahrten bildet das Nordkap. Hier herrscht im Sommer Rummel von Tausenden von Touristen. Der Metallglobus an der Spitze des Kaps wird als Fotomotiv eifrig genutzt; in der Nordkaphalle gibt’s eine Multimedia Show.

Metallglobus am Nordkap

Nordkap vom Meer aus gesehen

Eigentlich ist alles geschummelt: der nördlichste Punkt Europas liegt auf der benachbarten Halbinsel, aber da ist gar nichts los.

(Co-Autor W.S.)

 

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