Australiens Tiere

Für viele Australien-Besucher ist die einzigartige Tierwelt Australiens einer der Hauptgründe für einen Besuch des fünften Kontinents. Viele Tierarten sind endemisch, das heißt, es gibt sie nur in Australien, wo sie sich in der Isolation des Kontinents gut entwickeln konnten. Dazu gehören auch die beiden bekanntesten australischen Beuteltiere,  die Koalas und die Kängurus.

1. Koala

Mit seinen flauschigen Ohren, der großen Nase und der Ähnlichkeit mit einem Teddybären ist der Koala das possierlichste der Beuteltiere in Australien. Der Koala ist das Nationalsymbol schlechthin, es ist das beliebteste Tier des fünften Kontinents. Man sieht Abbildungen von Koalas auf allen möglichen Gegenständen, Souvenirs und sogar im Shot-Tower der stillgelegten Lead Pipe & Shot Factory in Melbourne.

Koala-Mutter mit Kind in der Lead Pipe & Shot Factory in Melbourne

Koalas bevorzugen ein gemäßigtes Klima, deshalb findet man sie vor allem an der Ostküste von Australien. Meistens halten sie sich in den schattigen Kronen von Eukalyptusbäumen auf, allerdings sind sie dort nicht leicht zu entdecken, da sich die Farbe ihres Fells nicht allzu sehr von der Farbe der Äste unterscheidet.

Koala in der Krone eines Eukalyptusbaumes

Der Name Koala stammt aus der Aborigine-Sprache und bedeutet „trinkt nicht“. Die Bezeichnung bezieht sich auf die angebliche Fähigkeit der Koalas,  ihren Flüssigkeitsbedarf lediglich durch die Nahrungsaufnahme zu decken. Gleichwohl verlassen Koalas gelegentlich ihre Bäume, um an Wasserstellen ihren Durst zu löschen.

Koalas dösen bzw. schlafen bis zu 22 Stunden am Tag; sie fressen fast nur Blätter einer bestimmten Art von Eukalyptus, etwa 200 bis 500 g pro Tag. Ein ausgewachsener Koala misst zwischen 60 cm und 85 cm und wiegt zwischen 4 und 15 kg, das hängt allerdings vom Alter und  Geschlecht ab, aber auch von der Region, in der sie leben.

Schlafender Koala

2. Känguru

Wer von Australien spricht, denkt automatisch an Kängurus, denn das Känguru ist das bekannteste australische Tier und das größte aller Beuteltiere. In Australien soll es etwa 45 Millionen Exemplare des sprungkräftigen Tieres geben. Das Känguru ist das Nationaltier Australiens, es ziert das Wappen des Landes, Goldmünzen, Souvenirs und vieles mehr. Sogar auf dem Twitter-Account der australischen Tourismusbehörde zeigt sich das nationale Wappentier als wahrer Sympathieträger des Landes. Es gibt etwa 65 Känguruarten, die von ganz unterschiedlicher Statur sind. Manche sind so klein wie ein Kaninchen und nur ein paar Kilogramm leicht, andere bis zu 1,80 Meter groß und bis zu 90 Kilogramm schwer. Das Rote Riesenkänguru ist das größte Känguru und gleichzeitig das größte Beuteltier Australiens. Kängurus findet man in fast allen Gegenden Australiens.

Kleine Känguru-Art

Die meisten Kängurus springen hoch und weit. Dafür haben sie kräftige Muskeln und elastische Sehnen in den Hinterbeinen, die wie Sprungfedern wirken. Die kurzen Vorderpfoten benutzen sie wie Hände zur Nahrungsaufnahme.

Springende Kängurus als Motiv auf einer Tasche

Das Känguru ziehrt auch den Flugzeugschwanz der nationalen australischen Luftfahrtgesellschaft Quantas (ein weißes Känguru auf rotem Grund), man findet es auch auf T-Shirts, Taschen und anderen Souvenirartikeln verschiedenster Art. Es ist auch auf australischen Verkehrsschildern zu sehen; jeder ausländische Australienbesucher, der mit dem Auto unterwegs ist, kennt das gelbe Verkehrsschild mit dem schwarzen Känguru, das vor den Tieren warnen soll, die unerwartet die Straße queren.

Kängurus sind gesellige Tiere; sie haben aber keine festen Reviere. Manchmal bilden sich Gruppen aus bis zu 10 Tieren – einem Männchen und mehreren Weibchen. Bei guten Futterplätzen können aber auch bis zu 1000 Tiere zusammenkommen. Kängurus sind Pflanzenfresser.

Känguru mit Kind im Süden Australiens

Känguru mit neugierigem Nachwuchs

Der lange und kräftige Schwanz hilft dem Känguru, bei weiten Sprüngen das Gleichgewicht zu halten, außerdem dient er als Stütze beim Sitzen.

Der lange, kräftige Schwanz dient auch als Stütze beim Sitzen

Känguru-Albinos sieht man fast nur in  Tierparks, weil sie in freier Wildbahn wegen ihres andersartigen Aussehens oft angefeindet  und ausgegrenzt werden. Den Albinos fehlen Farbpigmente, daher ist ihr Fell so hell.

Seltener Albino mit einem Känguru einer anderen Art

3. Wombat

Auch Wombats gehören zu den endemischen Beuteltieren Australiens.  Es sind kräftige Wühltiere, die bis zu 35 kg wiegen und bis zu 1 m lang werden können und die sehr großen Meerschweinchen ähneln. Ihre starken Vorderbeine sind ausgezeichnete Grabwerkzeuge, ihre Hinterbeine eignen sich zum Wegdrücken der Erde. Der Beutel der Wombats für die Tierbabies ist – anders als bei den Koalas und den  Kängurus – nach hinten geöffnet, damit er beim Graben nicht mit Erde vollgeschaufelt wird. Die Nahrung von Womats besteht aus Gräsern, Wurzeln und Baumrinden.

Wombat in einem Tierpark

4. Emu

Emus sind die größten Laufvögel Australiens und – nach dem afrikanischen Vogel Strauß, dem sie sehr ähnlich sind – die zweitgrößten flugunfähigen Vögel der Welt. Wie diese können sie zwar nicht fliegen, dafür aber sehr schnell laufen: bis zu 50 km pro Stunde. Emus leben über den gesamten australischen Kontinent verteilt, jedoch stets weit entfernt von menschlichen Siedlungen.  Der Lebensraum der Vögel erstreckt sich von den sandigen Dünen über die trockenen Ebenen im Landesinneren bis hin zu den tropischen Wäldern im Norden von Australien. Manchmal unternehmen sie lange Wanderungen zwischen den einzelnen Nahrungsquellen. Ab und zu gibt es sogar Massenwanderungen von mehreren tausend Vögeln. 

Flugunfähiger Emu, der bis zu zwei Meter groß werden kann

Emu von vorne gesehen

Man sieht Emus unter anderem auf der australischen 50-Cent-Münze sowie zusammen mit dem Känguru auf dem australischen Wappen. Darauf findet sich auch die Antwort auf die Frage, wieso gerade Känguru und Emu als Schildträger auserwählt wurden, denn das Spruchband «Advance Australia» gibt den entscheidenden Hinweis: beide Tiere können nicht rückwärts gehen. Damit soll die Vorwärtsgewandheit Australiens unterstrichen werden.

Australiens Wappen mit Känguru und Emu 

Emus ernähren sich überwiegend von Früchten, Samen und den frischen Trieben von Pflanzen, außerdem von verschiedenen Insekten.

5. Kakadu

Die hübschen Kakadus gehören zu den Papageien-Arten. Es gibt eine erstaunliche Vielfalt an Kakadus in Australien. Einige, wie der Rosakakadu, besitzen ein schlichtes Federkleid, während andere eine bunte Färbung haben. Die hübschen Geldhauben-Kakadus haben  ein schneeweißes Federkleid mit einer gelben Haube. Diese freilebenden Kakadus können sehr zahm werden und sind dann, bei entsprechender Fütterung, regelmäßige Besucher des Tierliebhabers.

Gelbhauben-Kakadu auf Hamilton-Islansd, Great Barrier Reef

Den ersten Gelbhauben-Kakadus sahen auf Hamilton-Island, Great Barrier Reef, in unmittelbarer Nähe unseres Quartiers. Wie sehr sich  der Kakudu inzwischen an Menschen gewöhnt hatte, sahen wir daran, dass er ein Marmeladen-Töpfchen von unserem Frühstückstisch stibietzte und sich damit in unserer unmittelbaren Nähe auf dem Geländer unseres Bungalows gütlich tat, ohne von uns weiter Notiz zu nehmen. Es war interessant zu sehen, wie geschickt und genussvoll er das Marmeladen-Töpfchen leerte.

Gelbhauben-Kakadu leert genüsslich das Marmeladentöpfchen

Die hübschen Kakadus gehören zu den Papageien-Arten. Es gibt eine erstaunliche Vielfalt an Kakadus in Australien. Einige, wie der Rosakakadu, besitzen ein ziemlich schlichtes Federkleid, während andere bunte Färbung haben. Wieder andere besitzen ein schlichtes, weißes Federkleid mit einer gelben Haube. Diese freilebenden Gelbhaubenkakadus können sehr zahm werden und sind dann, bei entsprechender Fütterung, regelmäßige Besucher des Tierliebhabers.

Den ersten Gelbhauben-Kakadus sahen auf Hamilton-Island auf. Wie zahm der Kakudu war sahen wir daran, dass er sich ein Marmeladen-Töpfchen von unserem Frühstückstisch stibietzte und sich damit in unserer unmittelbaren Nähe auf dem Geländer unseres Bungalows gütlich tat, ohne von uns weiter Notiz zu nehmen.

6. Molukken-Ibis

Diesen Molukken-Ibis entdeckten wir ihn in einem Wildpark in der Nähe von Sydney. Er gehört zu der Familie der  Ibisse und galt einst als Unterart des „Heiligen Ibis“.

Molukken-Ibis

Anders als Koalas und einige Känguru-Arten gilt er als nicht gefährdet. Der Molukken-Ibis lebt in Australien, aber man findet ihn auch in der Inselwelt Südostasiens.

 

 

2 Kommentare zu „Australiens Tiere

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s