Olinda – „die Schöne“ – im Nordosten Brasiliens

Olinda gilt zu Recht als eine der schönsten Städte in Brasilien. “Ô, linda posição para uma vila!“ – Oh, welch schöner Ort für eine Stadt – soll der erste Gouverneur ausgerufen haben, als er in Brasiliens ankam. Sein Ausruf “Ô, linda”, die Schöne, wurde zum Namen der Stadt. Olinda liegt etwas unterhalb von Natal, der nordöstlichsten Spitze von Brasilien, auf mehreren Hügeln verteilt inmitten von tropischer Landschaft. Die schöne Stadt wurde 1535 von den Portugiesen gegründet und ist damit eine der ältesten Städte in Brasilien; sie ist die erste Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco.

Die älteste Karmeliterkirche von Brasilien, die Igreja Do Carmo, ist das Wahrzeichen der Stadt, sie ist auf jeder Postkartenansicht zu finden.

Igreja Do Carmo

Es fällte einem schwer zu sagen, was einem besser gefällt, die architektonischen oder die naturgegebenen Kunstwerke; die Mischung aus Natur, Architektur und Licht ist wirklich einmalig und macht die Stadt so besonders. 

Die Schönheit von Olinda findet fast überall Bewunderung. Das zeigt sich unter anderem auch bei den Aussagen „Perle des Barocks“, „Vergesst Rio, besucht Olinda“. Von Architekturbegeisterten werden die barocken Bauten sehr gerne fotografiert, und es gibt auch zahlreiche Kulturtouristen, die Olinda wegen der schönen Kunstwerke besuchen.

Blick vom Alto da Sé auf die Altstadt von Olinda und das Meer

Eines der bekanntesten Sakralbauten von Brasilien ist das Mosteiro São Bento. Zusammen mit der Klosterkirche São Bento stellt die schlichte Klosteranlage einen wichtigen barocken architektonischen Komplex dar. Wie viele andere Gotteshäuser wurde sie von den Holländern niedergebrannt und später von den Portugiesen wieder aufgebaut.  Das Mosteiro São Bento wird als nationales Kulturerbe gelistet.

Klosteranlage São Bento

Eingang der Kirche São Bento 

Der prächtige Hochaltar der Kirche ist aus Zedernholz gefertigt und anschließend komplett vergoldet. Im Jahre 2002 wurde der schwere Altar demontiert und im Guggenheim Museum in New York ausgestellt. Später brachte man den Altar wieder nach Olinda zurück.

Karfreitagsgottesdienst in der Kirche São Bento

Die UNESCO erklärte 1982 das historische Zentrum von Olinda wegen des geschlossenen kolonialen Bildes zum Weltkulturerbe. „Olinda ist keine Stadt, sondern ein Garten vollgestopft mit Meisterwerken!“, erklärte der UNESCO-Beauftragte, als er Olinda mit wenigen Worten beschreiben sollte.

Eines der schönen alten Häuser

In allen Giebeln sind kleine Schirmchen zu sehen

Dadurch, dass die Stadt auf mehreren Hügeln angelegt ist, gibt es viele auf- und absteigende Gassen und Straßen, die überwiegend mit Kopfstein gepflastert sind. Die Bauweise der attraktiven, bunt angestrichenen Häuser musste dieser Schräglage angepasst werden.

Aufsteigende Gassen und Straßen mit bunt bemalten Häusern

Schon seit langem hat Olinda Bildhauer, Maler und Schauspieler angezogen, die Stadt ist seitdem Treffpunkt der kreativen Künstlerklasse. Nur in sehr wenigen brasilianischen Städten ist die kulturelle Begeisterung noch so groß wie in Olinda. Dies hat sich positiv auf die vielen Gebäude ausgewirkt, sie werden immer weiter verbessert und verziert. Kunst und Kultur bestimmen noch immer einen Großteil des dortigen Lebens.

Street Art in Olinda

Wenn keine Wände für die Street Art zur Verfügung stehen, projezieren die Künstler ihre Werke auch als eine Art “Tree-Art” auf den Stämmen von Bäumen. Besonders auffallend ist die Vielzahl und Verschiedenartigkeit der Gesichter. 

Kunst an Bäumen

Olinda ist immer noch ein hervorragendes Zeugnis europäischer Kultur des 17. und 18. Jahrhunderts. Überall in der Stadt wird deutlich, wie stark die Portugiesen Brasilien geprägt haben. In der bis heute noch im Stil der frühen Jahre erhaltenen Altstadt dominieren religiöse Bauten. Heute wie damals versammeln sich Mönche und Nonnen jeden Tag zum Morgengebet vor den Altären.

Ordensschwester an einem der Fenster der Kirche sitzend 

Wenn man die Straße weiter aufwärts geht, kommt man zur höchsten Stelle von Olinda, dem Alto da Sé. Dort befindet sich die älteste Kirche von Pernambuco, die Igreja da Sé aus dem Jahr 1537. Sie ist eine schlichte große Kathedrale, die bei weitem nicht so prunkvoll ist wie viele der später im Land gebauten Kirchen. Die Igreja da Sé ist in der charakteristischen Kolonialarchitektur der Spanier und Portugiesen gebaut.

Kathedrale da Sé

Auch im Innenraum der Kathedrale da Sé mit drei Schiffen sind keine auffallenden Verzierungen zu sehen. Sie beherbergt unter anderem auch das Grab des Erzbischofs Dom Helder.

Christusfigur in der Kathedrale da Sé

Die schönste Aussicht hat man von der Anhöhe Alto da Sé. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt von Olinda inmitten der üppigen, tropischen Landschft, auf das Meer und die etwa sieben Kilometer südlich gelegene Stadt Recife.

Blick auf die Altstadt von Olinda und das Meer

Strände südlich von Olinda, im Hintergrund Recife

Olinda verfügt über sieben Strände von insgesamt elf Kilometern Länge, die von den Einwohnern Olindas gerne besucht werden. Strand und Meer stehen allen kostenfrei zur Verfügung und sind durch die ganzjährig angenehmen Temperaturen jederzeit zu nutzen. Sie sind für alle Einwohner ein ideales Freizeitrevier mit vielen verschiedenen Möglichkeiten.

Strandleben südlich von Olinda

Neben den vielen Stränden liegt der besondere Reiz von Olinda vor allem in seinen wirklich wunderbaren Ausblicken und in seiner Mischung aus historischen Gebäuden, den steilen Altstadtgassen mit den bunten Häusen, den zahlreichen Bars und Restaurants sowie den vielen Ateliers und Kunstgeschäften.

12 Kommentare zu „Olinda – „die Schöne“ – im Nordosten Brasiliens

    1. Ganz herzlichen Dank für Deinen netten Kommentar, liebe Mona. Ich hätte auch wieder Lust, nach Olinda zu fahren und die schöne Atmosphäre mit der großartigen Architektur, der üppigen Natur und dem unglaublichen Licht zu genießen. Liebe Grüße Marie

      Gefällt 2 Personen

      1. Auch an die sanften, weissen Sandstrände erinnere ich mich mit grosser Freude. Brasilien ist wirklich ein wunderbares Land – in vielerlei Hinsicht. Ich lese gerne Deine Reiseberichte, liebe Marie. Sie wecken viele positive Gefühle und Erinnerungen in mir. Dafür sei Dir herzlich gedankt.

        Gefällt 2 Personen

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