Ein sonniger Novembertag

Nach einigen kühlen und trüben Tagen gibt es endlich wieder einen Tag, an dem die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint und sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite zeigt. Da es weder Sonntag noch Feiertag ist, sind nur wenige Menschen unterwegs, die die Ruhe und die leuchtenden Farben des Herbstes genießen können. Ein besonders schöner Spaziergang führt am Wasser des Stadtweihers entlang, in dem sich die Bäume wiederspiegeln.

Mehrere Gartenbesitzer haben in ihren kleinen Gärten am Wasser Tierfiguren aufgestellt.

Im Wasser des Brunnens am Ende des Stadtweihers liegen einige der bunten Blätter, die der Wind von den nahe stehenden Bäumen geweht hat.

Die Veränderung der Farben in der Natur von einem satten Grün in alle Arten wie Gold, Gelb und Rot ist immer wieder ein spektakuläres Erlebnis.

Stadthaus mit Flagge der Kunstausstellung

Ein Platz an der Sonne, Gastronomie am Marktplatz

Beim Anblick der fallenden Blätter werde ich jedes Jahr aufs Neue an das Gedicht von Rainer Maria Rilke erinnert, das wir in der Schule lernen mussten. Der Dichter beschreibt in seinen Gedichten oft die kleinen, aber schönen Dinge in der Natur:

„Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“

Fallende Blätter vor dem Rathaus

Damals mussten wir zahlreiche Gedichte wie dieses auswendig lernen, auch wenn es uns Schülern nicht gefiel. Heute bin ich froh, dass ich dadurch einen jederzeit verfügbaren Schatz an Lyrik parat habe, den ich ohne diesen gewissen Zwang nicht gehabt hätte.

Kirche St. Kilian

Wenn die Blätter von den Bäumen gefallen sind, kommen die Gebäude in der Stadt besser zur Geltung.

Das alte Stadttor

Es gibt auch andere Dichter, die die Schönheit eines Herbsttages beschreiben, wie Christian Friedrich Hebbel in seinem Gedicht „Herbsttag“:

„Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, Denn heute löst sich von den Zweigen nur, was von dem milden Strahl der Sonne fällt.“

Gingko-Baum

Amber-Baum 

Zahlreiche Menschen haben ihre Vorgärten mit Steinfiguren von Tieren, aber auch von Personen geschmückt.

  

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat mehrere Gedichte zum Thema Herbst geschrieben, in denen er neben der Schönheit der Jahreszeit auch ihre melancholische Seite beschreibt:

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)

Etwas außerhalb der Stadt wird es ländlich. Es gibt einige Gutshäuser und Bauernhöfe mit Wiesen und Weiden für Tiere wie Pferde, Ziegen, Hühner und Katzen. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Ländliche Idylle

4 Kommentare zu „Ein sonniger Novembertag

  1. Muchas gracias por tu amable comentario. Es un honor para mí. Porque no sé expresarme con bellas palabras como un escritor igual que tú trato de expresar mis sentimientos por medio de mis fotografás esperando que tal vez puedan gustar también a otras personas. Saludos de Alemania Marie

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