Street Art in Südamerika

Street Art, die Kunst im öffentlichen Raum, ist nicht nur für jeden gut verständlich, egal ob er jung oder alt ist, ob er zu den Gebildeten oder den weniger gut Ausgebildeten gehört, Street Art ist für jeden da und jederzeit zugänglich. Ein Wesen von Streetart ist seine Vergänglichkeit, ebenso rasch, wie die Kunstwerke entstehen, verschwinden sie oft wieder, sie werden übermalt, entfernt oder manchmal auch zugebaut. An anderen Orten entstehen neue Werke, deshalb bleibt Street Art immer spannend.

Wandmalerei an einem Geschäft in Palermo, einem Vorort von Buenos Aires

Street Art entstand Ende der 1970er Jahre in New York. Dort etablierte sich im Untergrund der Großstadt eine Kunstform, die sich im Laufe der Jahre immer mehr als Medium individueller Kommunikation durchsetzte. Später fand sie mit dem Begriff Street Art zunehmend mehr internationale Anerkennung. Anders als die meisten Graffitis wird Street Art mittlerweile auch von einem grossen Teil der Gesellschaft in Argentinien als Kunstform akzeptiert.

In Buenos Aires ist eines der Hauptthemen vor allem der ausdrucksstarke und leidenschaftliche Tango Argentino, der in der Street Art in jeglicher Form zu finden ist.

Tango Argentino

Im Zentrum von Buenos Aires waren die Wandmalereien früher meist illegal und wurden schnell wieder übermalt. Deshalb nahm man im Zentrum der Großstadt immer öfter auch die Wände der Metro-Stationen als Untergrund für Street Art. Es werden vor allem Themen gezeigt, die für einen Großteil der Porteños wichtig sind, wie zum Beispiel das Polo-Spiel, das schon seit Jahrzehnten in Buenos Aires eine große Bedeutung hat und die Menschen begeistert.

Der beliebte Polo-Sport als Street Art an einer Wand in einer Metro-Station von Buenos Aires

In den Metro-Stationen findet man neben Alltagsszenen auch solche mit sozialkritischem Bezug, im Beispiel das Bild des armen Mannes, der auf dem Boden sitzt und an dem die meisten Passanten achtlos vorbeigehen, ohne ihn überhaupt wahrzunehmen.

„Soy pobre“

In Brasilien gab es lange Zeit eine erbitterte Debatte darüber, ob Street Art als „ästhetische Intervention“ gilt oder ob sie den öffentlichen Raum verunstaltet. Aber die Kunstform wird zunehmend akzeptiert, und man sieht immer häufiger in verschiedenen Städten Brasiliens Street Art-Werke auf Wänden, Mauern und anderen Flächen, überall da, wo eine Möglichkeit dazu besteht. In Porto Alegre und auch in Rio de Janeiro sah ich mehrere Street Art-Werke im “Happy Style” des spanischen Künstlers EL PEZ.

Happy Style nach EL PEZ

Streetart wendet sich inhaltlich oft gegen Konsumismus und Kapitalismus, die meisten Künstler verzichten jedoch auf eine konkrete Botschaft. Direkt gegenüber einer vornehmen Bank in der eleganten Geschäftsstraße Rio Branco im Zentrum von Rio de Janeiro hatte ein Street Art-Künstler ein Mural angebracht, auf dem unter anderem „Jesus vive“ stand. Direkt daneben saß ein Bettler auf dem Boden, der seinen Hut aufhielt, um Spenden zu sammeln.

Weiter im Norden Brasiliens, in Salvador da Bahia, findet man viele Street Art-Werke von vorwiegend afrobrasilianischen Künstlern in meist bunten, fröhlichen Farben.

Die Künstler bedienen sich auch in Olinda (im Nordosten Brasiliens) verschiedener Medien, um ihre Werke zu präsentieren. Meist werden vorhandene Wände bemalt. Die Motivation liegt für viele im Wesentlichen im Spaß an der Sache und der Möglichkeit, das eigene Umfeld auf kreative Weise visuell mitzugestalten

Street Art in Olinda im Nordosten Brasiliens

Im Prinzip werden alle erdenklichen Untergründe gestaltet, sogar Bäume werden für Street Art als Untergrund genommen. Die Werke sind meist illegal angebracht, deshalb ziehen es die meisten Künstler vor, anonym zu bleiben – oft kennen sich Mitglieder der Szene nur mit ihren Pseudonymen.

Besonders gut gefallen mir die Werke von indigenen Künstlern in Südamerika, die sich zunehmend ihrer Identität bewusst geworden sind und diese in ihren Werken ausdrücken. Vor allem in der Küstenregion von Ecuador sieht man Street Art, die überwiegend von indigenen Künstlern gestaltet wurde.

Auch in Panama-City sieht man die Werke indigener Künstler zunehmend auf Mauern und Wänden der Stadt. Sie findet in Panama-City ebenfalls immer mehr Zustimmung bei den Einheimischen und bei Besuchern der Stadt.

Muster der indigenen Gruppe der Guna in Panama

Die Muster der Street Art-Werke auf Mauern und Wänden in Panama-City entsprechen denen der Molas auf Textilien wie Blusen, Taschen und Wandvorhängen, die ausschließlich von den Frauen der Guna, einer indigenen Bevölkerungsgruppe in Panama, hergestellt werden. Während früher vorwiegend geometrische Muster genommen wurde, zeigen sie jetzt überwiegend Bilder der Fauna und Flora Panamas.

Mehr Street-Art gibt es hier: Street-Art in Funchal

https://nedhamsonsecondlineviewofthenews.com/2021/04/25/street-art-in-sudamerika/

32 Kommentare zu „Street Art in Südamerika

  1. Marie, te saludo con mucho gusto y te comento que me pareció muy interesante tu articulo sobre el arte callejero. En México también lo hay y es tan dinámico como lo mencionas. Hay personas que critican el arte popular callejero, pero me parece que toda la gente merece respeto y lejos de juzgar, es mejor conocer. De esa manera, comprenderemos mejor a esos artistas anónimos de la calle. Recibe un saludo muy sincero con la amistad, el respeto y la admiración de siempre.

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    1. Muchas gracias por tu amable comentario, Santiago. Estoy seguro que en México el arte callejero está muy extendido y que encuentra cada vez más seguidores, es el arte para todos. Me gustaría mucho ver el arte callejero mexicano de hoy que muestra lo que en la acualidad es importante para la gente. Te saludo con sincera amistad, Marie

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      1. Estimada Marie, siempre es grato e interesante leer tus artículos. En verdad se ha extendido el arte callejero. Las paredes son lienzos de tales expresiones. Tengo que enviarte la foto de las flores, pero también iré captando parte de estas expresiones. Te saludo con afecto y amistad.

        Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Maria, ich danke Dir für Deinen netten Kommentar. Die „Kunst der Straße“, die Kunst für jedemann, kann man wirklich nicht übersehen, und das möchten die betreffenden Künstler auch so. Das Schöne ist, dass es von vielen Menschen gesehen wird und dass sich die Zuschauer ihr eigenes Urteil bilden können.
      Liebe Grüße Marie

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      1. Liebe Marie, erst jetzt ist die Änderung deines Bildes sichtbar. Es ist ein sehr hübsches Bild. Na klar kannst du das als Kontaktbild verwenden. Diese Individualität macht das gestalten der Bloggerszene ja aus. Liebe Grüße Maria

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  2. Liebe Marie, deine Beispiele für „Street-Art“ sind einfach wunderbar und staunenswert! Ergreifend, fröhlich, traurig oder aufrüttelnd sind sie faszinierende Beispiele für das, was Straßenkunst zeigen kann und zeigen sollte ( im Gegensatz zu den allgegenwärtigen Kritzeleien allerorten).
    Vielen Dank dafür!
    Aprilwettergrüße von Rosie

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    1. Vielen Dank, liebe Rosie, für Deine netten Worte. Straßenkunst halte ich für sehr wichtig, weil sie auf die vielfältigste Weise zeigt, was die Menschen gerade bewegt. Das kann je nach Land und den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen sehr unterschiedlich sein, aber das macht Street Art so spannend.
      Ebenfalls Aprilwettergrüße von Marie

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  3. El arte callejero ha cobrado vida en muchos países porque muchas veces pintan la realidad de un pueblo. Sobre todo que sirve como escaparate para mostrar el descontento contenido. En Chile este arte pasa desapercibido debido a que los vándalos de la política han pintado las paredes con pura consignas grotesca y han echado a la perder el ornato de la ciudad, sobre todo en Santiago. Tu artículo es magnifico porque das a conocer de manera clara lo que significa este arte.
    Un gran abrazo y unas buenas noches.
    Manuel Angel

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  4. Hat dies auf Ned Hamson's Second Line View of the News rebloggt und kommentierte:

    Street art, art in public space, is not only easy to understand for everyone, regardless of whether they are young or old, whether they belong to the educated or the less well educated, street art is there for everyone and accessible at all times. One of the essence of street art is its transience; just as quickly as the works of art are created, they often disappear again, they are painted over, removed or sometimes even built up. New works are being created in other places, which is why street art is always exciting.

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  5. Bellissime immagini che accompagnano questo post. Anch’io ritengo che la streetart sia un modo meraviglioso e spontaneo con cui gli artisti possono comunicare con il mondo a prescindere da qualsiasi ostacolo o pressione. Peccato però che anche essa ormai è stata catturata dal mercato e dalle leggi economiche vedi Haring! Ancora un laccio intorno al collo della fantasia e dell’ispirazione. 🙋‍♀️

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      1. ¿La conoces? Yo ya viví en Lisboa, Dublin, Ginebra, Tenerife, París, San Sebastián y Fuerteventura. Llevo casi 3 años en Saint-Malo. Mí hermana vive en Italia (mi cuñado es italiano), mi hermano vive en Londres y la otra hermana en Lisboa. También te deseo lo mejor. Es un placer leer tu blog y comunicar contigo.

        Gefällt 1 Person

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