Kölner Dom – UNESCO-Weltkulturerbe am Rhein

Köln ist ohne den Kölner Dom unvorstellbar. Kaum ein anderes Gotteshaus der Welt hat das Bild einer Stadt so stark geprägt, wird in zahlreichen Liedern besungen und in der Literatur gepriesen wie der Kölner Dom. Mit seiner enormen Größe, der rationalen, stilreinen gotischen Architektur, den 157 Meter hohen Türmen und deren feingliedrigen Maßwerkhelmen gehört der Dom zu den beeindruckendsten Kirchenbauten der Welt.

Blick durch die Glasscheiben des LVR-Turms auf der Deutzer Seite von Köln

Den besten Blick auf den Dom und seine Umgebung hat man von der anderen Rheinseite aus, von Köln-Deutz. Auf dem Bild sieht man ganz vorne rechts das Reiterstandbild von König Wilhelm I., die Hohenzollernbrücke, die „blaue Muschel“ des Musical-Doms, den Hauptbahnhof, dahinter den Fernsehturm „Colonius“ sowie den Dom.

Vorne Reiterstandbild, Hohenzollernbrücke, Hauptbahnhof, Musical-Dom und Kölner Dom

Die UNESCO erklärte im Jahr 1996 die Kathedrale zu einem der größten europäischen Meisterwerke gotischer Architektur und zum Weltkulturerbe. Für Katholiken ist der Kölner Dom eine wichtige Wallfahrtsstätte, schließlich liegen dort die Gebeine der Heiligen Drei Könige.

Kölner Dom mit Museum Ludwig und Häuser der Altstadt

Jedes Jahr lockt der Kölner Dom Millionen Menschen nach Köln und wird in normalen Zeiten im Schnitt von 10.000 Menschen täglich besichtigt.

Kölner Dom mit Gross St. Martin und Altstadt

Die Hohenzollernbrücke mit Bahngleisen für den Zugverkehr und den Fußgängerwegen an beiden Seiten der Gleise stellt mit dem benachbarten Hauptbahnhof einen der wichtigsten Knotenpunkte im deutschen und europäischen Eisenbahnnetz dar.

Reiterstandbild von König Wilhelm I, rechts die Hohenzollernbrücke und der Dom von der Deutzer Seite aus gesehen
Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II auf der Altstadtseite der Hohenzollernbrücke

Museum Ludwig, Kölner Dom und Philharmonie

Der Grundstein des heutigen Kölner Doms wurde 1248 von Erzbischof Konrad von Hochstaden gelegt. Den Bau entwarf Meister Gerhard in Anlehnung an die Kathedralen von Amiens, Paris und Straßburg. Im Jahr 1880 wurde der Kölner Dom endlich fertiggestellt, nach mehr als sechshundert Jahren.

Kölner Dom mit Philharmonie (rechts) und Museum Ludwig

Der Dom ist nicht nur das weithin sichtbare Wahrzeichen Kölns, sondern auch die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands. Die Gesamtlänge des gewaltigen Bauwerks beträgt 144,58 Meter, der Nordturm des Doms ist 157,31 Meter hoch, der Südturm ist 7 Zentimeter kleiner.

Nordseite des Kölner Dom
Domspitzen
Südseite des Doms zum Roncalli-Platz

Man staunt über über die zahlreichen Einzelheiten in Grund- und Aufriss, streng geordnet in ihrer Einheitlichkeit. Nach Meinung des früheren Dombaumeisters Arnold Wolff ist der Kölner Dom ein unübertroffenes Meisterwerk gotischer Architektur, eine „vollkommene Kathedrale, einzigartig, unvergleichlich, perfekt“.

Südportal des Doms
Papst Benedikt mit Kardinal Meißner anlässlich des Weltjugendtages in Köln
Bischofsmützen
Papst Johannes XXIII, „il Papa buono“, der Namensgeber des Roncalli-Platzes
Petrusbrunnen an der Südseite des Doms

Wer von der Metro-Station aus die Rolltreppe zum Haupteingang des Doms benutzt, muss den Kopf immer weiter nach hinten legen, um den obersten Teil der Doppelturmfassade zu sehen. Der Dom scheint immer mehr in den Himmel zu wachsen, er wirkt so eindrucksvoll, erschlagend und überwältigend, dass es die Vorstellung übertrifft.

Aufgang von der Metro-Station zum Haupteingang des Doms
Die beiden Türme des Doms auf der mehr als 60 m breiten Westseite

Das Petersportal ist das einzige der zwölf Portale des Domes, das wenigstens teilweise noch im Mittelalter fertiggestellt wurde. Zu beiden Seiten der mit Bronzeflügeln versehenen Tür stehen große Gewändefiguren.

Detailaufnahme der Gewändefiguren

Wenn man den Dom duch das große Mittelportal oder durch eines der beiden Seitenportale betritt, gelangt man in die mächtige Turmhalle. Links oben sieht man die eine der beiden Orgeln, die der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste dienen. Aber manchmal kann man auch an Orgelkonzerten teilnehmen, jeder, der eines der Konzerte einmal hören durfte, wird die Klangfülle in dem riesigen Innenraum des Doms niemals vergessen.

Das gewaltige Mittelschiff des Doms, vorne der Altar

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kölner Dom von 14 Fliegerbomben getroffen. Es dauerte Jahrzehnte, um die größten Kriegsschäden zu beseitigen.

Die Fenster in den Turmhallen zeigen biblische Szenen der Kirchengeschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Jüngsten Gericht. Sie wurden 1884 nach den Entwürfen von Johannes Klein gefertigt. Von den acht Fenstern wurden sechs im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sie wurden zwischen 1994 und 2010 rekonstruiert.

Trotz ihrer gigantischen Maße sind die Proportionen der Kathedrale ausgewogen. Ein Querschiff vermittelt den Eindruck eines gigantischen Kreuzes. Auf dem Bild sieht man vorne das rote Gewand der Domschweitzer. Sie sind die Aufsichtspersonen, die für Ruhe und Ordnung im Dom sorgen und deren Anweisungen stets zu befolgen sind.

Altar vorne, rechts Übergang zum Südquerhaus
Übergang vom Langhaus zum Südquerhaus

Im Jahr 2007 entstand das sogenannte „Richter-Fenster“, das Südquerhausfenster, das von dem Künstler Gerhard Richter entworfen wurde. Auf einer Fensterfläche von 106 m² wurden 11.263 Farbquadrate in 72 Farben mit den Maßen 9,6 cm × 9,6 cm nach dem Zufallsprinzip angeordnet. Wenn die Sonne scheint, wird durch die Reflexion der bunten Fenster ein besonderes Farbenspiel erzeugt.

Südquerhausfenster

Trotz schwerer Schäden in den Weltkriegen blieben vor allem im Inneren des Kölner Doms zahlreiche kostbare Werke erhalten, darunter der Dreikönigsschrein, der größte erhaltene romanische Reliquienschrein. Die darin aufbewahrten Gebeine, die den Heiligen Drei Königen gehören sollen, sind seit dem 12. Jahrhundert das Ziel von Pilgern und Besuchern aus aller Welt.

Schrein der Heiligen Drei Könige

Der Dreikönigenschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige befindet sich hinter dem Altar. Er wurde zwischen 1190 und 1230 geschaffen. Der reich mit Edelsteinen, Filigran- und Emailbeschlägenen geschmückte Eichenholzkasten ist mit Figuren aus Silber- und Goldblech versehen.

Im Dom gibt es an verschiedenen Orten Ständer mit Kerzen. Dort kann man eine Kerze entzünden, wenn man ein persönliches Anliegen hat oder auch für eine nahe stehende Person.

Die markante Doppelturmfassade des Doms mit den durchbrochenen Turmhelmen ist von vielen Kölner Orten aus sichtbar.

Altstadt mit der Kirche Gross St. Martin und Dom
Reiterstandbild für Friedrich Wilhelm III. mit Dom vom Heumarkt mit Domspitzen
Abendstimmung mit Kirche Gross St. Martin, Fernsehturm und Dom

Im Kölner Dom gibt es insgesamt elf Glocken, die nach einer festgelegten Läuteordnung eingesetzt werden. Die Petersglocke von 1923 – im Volksmund „Dicker Pitter“ genannt – ist die bisher größte frei schwingende Glocke der Welt. Die Zarenglocke in Moskau ist zwar noch größer, sie wurde aber bisher nie genutzt. Es gibt außerdem noch die beiden mittelalterlichen Glocken, die 11 Tonnen schwere Pretiosa (1448 gegossen) sowie die 6 Tonnen schwere Speciosa (1447 gegossen).

https://nedhamsonsecondlineviewofthenews.com/2021/05/24/kolner-dom-unesco-weltkulturerbe-am-rhein/

40 Kommentare zu „Kölner Dom – UNESCO-Weltkulturerbe am Rhein

  1. Hat dies auf Ned Hamson's Second Line View of the News rebloggt und kommentierte:
    Google translation of introduction: Cologne without the Cologne Cathedral is unimaginable. Hardly any other place of worship in the world has shaped the image of a city so strongly, is sung about in numerous songs and praised in literature as the Cologne Cathedral. With its enormous size, the rational, stylish Gothic architecture, the 157 meter high towers and their delicate tracery helmets, it is one of the most impressive church buildings in the world.

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  2. So ein Zufall: Gerade heute las ich ein Kapitel in Ortheils Roman „Lo und Lu“, in dem er mit den Kindern das erste Mal den Kölner Dom besichtigt und in Erklärungsnot gerät: wo anfangen, wo aufhören, was kommt bei den Kleinen überhaupt schon an. Mit deinen fantastischen Fotos dazu konnte ich mir selbst die Szenen gleich noch bildlich vorstellen. Vielen Dank, das passte perfekt, liebe Marie!

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  3. 😱 Wow… dieser Köllner Dom ist ja ein „Geschoss“… in dieser Dimension habe ich ihn noch nie gesehen! 👍👍👍
    Mir drängt sich aber gerade bei solchen Bauten immer die Frage auf, auf „wessen Kosten“ sie wohl entstanden sind? 🤔
    LG

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Kölner Dom ist wirklich eine ganz besondere, gewaltige Kirche. Die Frage, die sich Dir aufdrängt und sicherlich auch manchen anderen, kann ich leider nicht beantworten. LG Marie

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    1. Liebe Maria, herzlichen Dank für Deine netten Worte. Ich hoffe, dass Du wunderbare Eindrücke von Mailand mitgebracht hast und darüber berichtest. Ich kenne Mailand noch nicht. Liebe Grüße Marie

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      1. Liebe Marie, danke für deine Rückmeldung. Ich habe mich in Mailand mit einer Verwandte getroffen. Um sich endlich wieder zu sehen.
        Ich hatte einen guten Eindruck. Die Menschen halten sich an die Regeln und Stellen mit Menschenansammlungen haben wir gemieden.
        Über Mailand habe ich bereits schon ein Beitrag geschrieben, es ist von uns aus nicht sehr weit und ich war früher sehr oft geschäftlich dort. Es ist eine sehr schöne und inspirierende Stadt. Über Mailand gibt es schon einen Beitrag in meinem Blog.
        Liebe Grüße Maria

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      2. Liebe Martie, Milano, du warst hier bei uns? Schön! Ja, das sich an die Regeln halten war in Italien von Anfang an besser als in Deutschland, sicher auch, weil es uns hier in der Lombardei gleich zu Beginn so schwer getroffen hatte. Bin gespannt auf deinen Bericht. Ich war zuletzt im März da, als noch während der Zona Rossa, für meinen Pass. Es war ein wunderschöner sonniger Tag, vielleicht magst du meine Geschichte und die Bilder dazu sehen: http://tuttopaletti.com/2021/03/28/rosso-relativo-oder-mein-verbotener-bummel-durch-mailand/
        Saluti, Anke

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      3. Ja ich war in Mailand und habe mich mit einer Verwandte getroffen. Die Zone war gestern weiß. Wir sind der Menschenmenge aus dem Weg gegangen und waren auch nirgendwo drinnen. Also auch kein Rinascente Besuch. Der Dom war glaube ich geschlossen. Ich war seit einem Jahr nicht mehr in Italien. Es war einfach schön. Danke für dein Rückmeldung und wenn ich das nächste mal in Mailand bin dann treffen wir uns am Dom. Liebe Grüße Maria

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  4. schöner Beitrag und ich war glaub 3 x am Kölner Dom ! Nie ohne Aussengerüst gesehen aber das Pech habe ich immer , egal wo ich hinfahre. Bauwerke sind bei mir eh nie ohne Gerüst. Das ärgert mich dann schon immer bei den Fotos machen !!

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    1. Vielen Dank, Manni. Am Dom wird irgendwo immer ein Aussengerüst stehen, es wird ständig daran gearbeitet. Wind und Wetter setzen auch der sonst so stabilen Kirche zu. Aber der Kölner Dom bietet noch so viele schöne Seiten ohne Gerüst.

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  5. Was für ein wunderbarer Beitrag, Marie – wie ein persönlicher Besuch im Kölner Dom! Ich stimme der UNESCO zu, dass der Kölner Dom einer der Schätze Europas ist. Es ist beunruhigend zu glauben, dass die Kathedrale bombardiert wurde und ein Wunder, das sie überlebt hat.

    Gotische Kathedralen inspirieren mich sehr. Sie spiegeln die Arbeit, das Opfer, die Hingabe und den Glauben vergangener Generationen wider. Und für mich spiegeln sie den Beitrag des „gewöhnlichen“ Mannes und der „gewöhnlichen“ Frau zur Gesellschaft wider. Wir sind heutzutage so schnell dabei, die Reichen und Berühmten zu preisen. Aber die meisten von uns leben ein gewöhnliches Leben. Ich glaube, Gott sieht die Prüfungen, denen wir gegenüberstehen, und die Anstrengungen, die wir unternehmen. Obwohl nicht so beeindruckend wie der schöne Kölner Dom, sind sie meiner Meinung nach immer noch unser Dom zu Seiner Ehre.

    Ich wünsche dir immer Glück, deine Freundin Anna

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    1. Liebe Anna, ich hatte sehr gehofft, dass Du den Beitrag wie einen persönlichen Besuch des Kölner Doms erleben könntest. Deshalb habe ich auch die vielen unterschiedlichen Facetten des Doms gezeigt, die man durch einen einzigen Besuch nicht mitbekommt. Beim Besuch des Kölner Doms wird immer wieder deutlich, dass es nicht die „Reichen und Berühmten“ sind, die wichtig sind, sondern dass jeder gleichwertig ist, unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung, die er innehat.
      Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück, und ich hoffe, dass Du weiterhin so viel für andere tun kannst, deine Freundin Marie.

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    1. Me siento muy honrada por tus amables palabras, Santiago, las valoro mucho. Para mí era importante mostrar esta iglesia especial en particular en diferentes matices. Te saludo desde Colonia con la amistad y el afecto de siempre, Marie

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  6. Das ist ein toller Bericht, illustriert mit wunderbaren Fotos, liebe Marie. Ja, der Kölner Dom ist ein absolut bedeutsames Bauwerk, einmalig und unvergleichlich. Ich hatte bisher drei Mal die Freude und das große Vergnügen, die 533 (!) Stufen der alten, geschwungenen Steintreppe bis zur Aussichtsplattform im Südturm hinauf zu klettern, um den fantastischen Panoramablick zu genießen.
    Sehr zu empfehlen ist auch eine Führung tief unten durch die Katakomben, die sich unter dem Dom befinden und in denen erstaunliche Dinge zu bewundern sind.
    Sonnige Sommergrüße von Rosie

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    1. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Der Kölner Dom ist wirklich ein ganz besonderes Bauwerk, das in dieser Art und Lage einzigartig ist. Die vielen Stufen hinaufzusteigen zur Aussichtsplattform ist wirklich sehr mühsam, nichts für Gehbehinderte. Aber die Aussicht entschädigt die Mühe. In die Katakomben hinabzusteigen, ist nicht ganz so anstrengend, aber doch lohnend.
      Auch ich schicke Dir dieses Mal sonnige Sommergrüße, Marie

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