Nepal von oben

Über die gewaltigen Bergriesen des Himalaya zu fliegen, stellte ich mir sehr imponierend vor, nachdem ich die Bilder von der Erstbesteigung des Mount Everest gesehen hatte. Wenn man allerdings von Europa Richtung Asien fliegt oder umgekehrt, müssen sich die Flugzeuge jedoch aus Sicherheitsgründen immer in großer Entfernung von der Gebirgskette halten, da die Maschinen zwar in großer Höhe fliegen können, aber sie können nicht ständig die Flughöhe halten. Als wir einmal die Möglichkeit hatten, von Bangkok aus nach Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, zu fliegen, hoffte ich darauf, einige der großer Berge des Himalaya aus geringerer Entfernung zu sehen.

Ausblick auf die weniger hohen Himalaya-Berge im Osten

Wir hatten die letzten beiden Fensterplätze auf der rechten Seite bekommen, das bot uns die Möglichkeit, die Gebirgskette des Himalaya während des Fluges zu sehen. Zunächst flogen wir über das Delta des Ayeyarvady in Myanmar, wo wir kurz zuvor Waisenhäuser besucht hatten. Erst von oben sah man die enorme Ausdehnung des Deltas, der Lebensader des Landes, mit seinen vielen Flussarmen und Kanälen.

Delta des Ayeyarvady in Myanmar

Als die schneebedeckte Gebirgskette des Himalaya in der Ferne zu sehen war, versuchten viele Passagiere, die keinen Fensterplatz bekommen hatten, auf die rechte Seite zu kommen, weil sie ebenfalls den Anblick der gewaltigen Gebirgskette erleben wollten. Einige Passagiere bekamen Angst und schrien auf, denn sie hatten Sorge, dass das Flugzeug durch die plötzliche einseitige Belastung kippen und abstürzen könnte. Aber der Flugkapitän beruhigte sie, es sei ja ein sehr großes stabiles Flugzeug.

Aus dem Flugzeugfenster konnte ich ein anderes riesiges Delta-Gebiet sehen: das weitverzweigte Mündungsdelta des Ganges. Es ist das größte Flussdelta der Welt, das in der südasiatischen Region Bengalen liegt.

Ganges-Delta, im Hintergrund die ersten schneebedeckten Himalaya-Berge
Silhouette der Himalaya-Riesen aus geringerer Entfernung

Als wir uns Nepal näherten, war ich etwas erstaunt. Ich hatte mir die Gebirgskette des Himalaya nach den Beschreibungen aus den Büchern ganz anders vorgestellt, schroffer und fast vegetationslos.

Erster Blick auf die Gebirgswelt von Nepal

Beim Anflug auf den kleinen Flughafen von Kathmandu sah ich, dass ein Teil der umliegenden Berge als Terrassen für Obst und Gemüse angelegt waren. Insgesamt gab es im Tal rund um Kathmandu erstaunlich viel Ackerbau.

Flughafen von Kathmandu

Wir durchquerten zuerst einen Teil von Nepal mit dem Auto, aber das war eine sehr mühselige und langwierige Reise. Deshalb wollten wir von Pokhara aus nach Kathmandu zurückfliegen, um diese Strecker kürzer und angenehmer zu gestalten. Wir bekamen zwar Plätze für den Flug, aber es konnte uns bei der Buchung keiner sagen, welche Fluggesellschaft den Flug durchführen würde. Das sollten wir erst beim Einchecken erfahren. Als wir das kleine Flugzeug der Nepal Airlines vor uns auf dem Rollfeld stehen sahen, vermuteten wir, dass diese den Flug zurücklegen würde. Das war uns nicht sehr lieb, denn kurz zuvor war eine Maschine derselben Gesellschaft abgestürzt. Außerdem sah das Flugzeug auf dem Rollfeld nicht sehr vertrauenerweckend aus, weil an einer Seite Öl herunterlief.

Flugzeug der Nepal Airlines während des Auftankens im kleinen Flughafen von Pokhara

Wir waren erleichtert, dass eine andere Fluggesellschaft die Strecke fliegen sollte, dazu noch mit dem hoffnungsvollen Namen Buddha Air, das schien ein gutes Omen zu sein.

Das Flugzeug von Buddha Air, das uns nach Kathmandu brachte

Die kleine Maschine flog ziemlich dicht an der Gebirgskette des Himalaya vorbei, was bei einem größeren Flugzeug nicht möglich gewesen wäre. So hatten wir die Möglichkeit, doch noch die gewaltigen Berge von nahem zu sehen. Es war ein sehr interessanter Flug, auch wenn die Maschine durch die Thermik manchmal heftig durchgerüttelt wurde.

Blich auf das Himalaya-Gebirge aus dem Flugzeugfenster

Erst nach unserer Rückkehr erfuhren wir, dass kurz zuvor auch eine Maschine von Buddha Air abgestürzt war. Die Flüge in der Gebirgswelt Nepals mit kleinen Maschinen sind offensichtlich nicht ohne Risiko, vor allem bei schwierigen Wetterverhältnissen





21 Kommentare zu „Nepal von oben

  1. wow ein einmaliges Flugerlebnis ! Also ich wäre sofort auch ans Fenster gesessen ! Das mit dem Flugzeugabsturz ist natürlich nicht gerade so toll , vor allem wenn man sowas vorher hört !
    Ich hätte da definitiv auch meine Bedenken !
    Ich denke das hängt mit der Höhe zusammen wo die kleineren Maschinen fliegen müssen in diesem Gebiet. Die „Riesen bewegen sich ja fast ausnahmlos zwischen 7000 und 8000 Meter.
    Das Wetter spielt hier natürlich eine große Rolle genauso wie die evtl. Winde uns Stürme.
    Ist ja alles gut gegangen und danke für diesen tollen Beitrag !

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  2. Un meraviglioso volo. Conosco la sensazione di volare con quegli aerei piccoli, ma in compenso ti danno la sensazione di essere proprio lì, quasi nell’aria. 🙋‍♀️
    Ein wunderbarer Flug. Ich kenne das Gefühl, mit diesen kleinen Flugzeugen zu fliegen, aber auf der anderen Seite geben sie einem das Gefühl, direkt vor Ort zu sein, fast in der Luft

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  3. Herzlichen Dank für Deinen netten Kommentar, liebe Anna. Von oben sieht die Erde wirklich klein und verletzlich aus, hoffen wir, dass sie uns und den späteren Generationen noch lange so erhalten bleibt. Liebe Grüße, Deine Freundin Marie

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    1. Muchas gracias por tus amables palabras, Blanca. Tienes razón, tuve mucha suerte de poder ver los gigantes del Himalaya tan de cerca. Estoy muy feliz si puedo darte una pequeña impresión de ello. Te deseo lo mejor, Marie

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