Fotoprojekt 2021 (Oktober) „Nahrung“

Roland von Royusch-unterwegs hat eingeladen, zu dem Thema „Nahrung“ ein Foto zu posten. Ich habe dafür das Bild der beiden jungen Vietnamesinnen gewählt, die in den Hallen des Ben Thanh Marktes in Hoh Chi Minh-City auf winzigen Plastikhockern saßen, ihr Essen genossen und sich dabei unterhielten. Das erste Mal habe ich diese Art des Essens in Myanmar erlebt, als ich in den 1990er Jahren allein dort war und öfter eingeladen wurde, mich dazuzusetzen und mitzuessen. Später haben wir sie dann auch in anderen asiatischen Ländern kennen- und lieben gelernt, nachdem wir die anfänglichen Bedenken wegen eventueller gesundheitlicher Probleme überwunden hatten.

Wir haben niemals irgendwelche gesundheitliche Probleme bekommen, im Gegenteil, das Essen ist uns immer gut bekommen und wir fühlten uns nie übersättigt. Das besonders schonende Garverfahren in der asiatischen Küche führt dazu, dass viele Nährstoffe in den Zutaten erhalten bleiben und das Essen dadurch sehr bekömmlich und gesund ist. Jedes asiatische Land hat zwar seine eigenen Traditionen und Essgewohnheiten, aber es schwebt immer über allem ein Hauch von fremdländischen Gewürzen, Exotik, Kräutern und Soßen, die alles miteinander verbinden, was das Essen dort für uns immer ganz besonders und unnachahmlich macht.

Das fand offensichtlich auch der Direktor eines Fünfsterne-Hotels in Bangkok, den wir bei einem Aufenthalt dort jeden Abend mit einer Zeitung in der nahe gelegenen Garküche sahen, obwohl er in dem Restaurant seines Hotels ein hervorragendes Menü hätte essen können. Auch viele gut gekleidete Geschäftsleute sahen wir häufig auf den Plastikhockern sitzen und essen.

Das Essen in Garküchen oder Markthallen ist außerdem eine sehr gute Gelegenheit, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und auch hautnah ihre Probleme kennenzulernen, die Verständigung klappt notfalls mit Gesten. Einmal spürte ich in der Markthalle von Phnom Penh, Kambodscha, hinter mir eine Bewegung und sah beim Umdrehen, dass ein kleiner Junge mit großen hungrigen Augen auf meine volle Suppenschüssel sah. Ich fragte ihn mit Gesten, ob er die Suppe haben wollte, und er nickte heftig mit dem Kopf. Daraufhin gab ich ihm das Essen, ich hätte davon sowieso nichts essen können. Er hatte den Suppentopf im Handumdrehen geleert. Deshalb achtete ich später immer darauf, dass nicht nur wir satt wurden, sondern gegebenfalls auch andere Personen.

Ned Hamson hat dies auf seiner Seite rebloggt: Ned Hamson’s Second Line View of the News

14 Kommentare zu „Fotoprojekt 2021 (Oktober) „Nahrung“

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