Istanbul – einzigartige Weltstadt am Bosporus

Istanbul ist zu jeder Tageszeitist eine faszinierende Stadt voller Kontraste, die „mit einem Bein in Europa und dem anderen in Asien“ steht. In Istanbul begegnen sich im wahrsten Sinne des Wortes Morgenland und Abendland, mehrere Kulturen haben die Stadt geprägt. Im Laufe der jahrhundertealten Geschichte hat Istanbul drei Namen gehabt: die Griechen nannten sie Byzanz, Kaiser Konstantin verlieh ihr den Namen Konstantinopel und schließlich hat sie ihren heutigen Namen bekommen – Istanbul, „die Schöne am Bosporus“.

  1. Bootsfahrt auf dem Bosporus
  2. Haghia Sophia
  3. Blaue Moschee
  4. Hippodrom
  5. Gewürzbasar
  6. Theodosianische Mauer
  • Bootsfahrt auf dem Bosporus
Brücke als Verbindung der beiden Kontinente Europa und Asien

Während einer Bootsfahrt auf der weltberühmten Wasserstraße bekommt man einen ersten, großartigen Eindruck der Weltstadt Istanbul, die 2010 zur Europäischen Kulturhauptstadt erklärt wurde.

Bootsausflug auf dem Bosporus. Die Brücke verbindet die beiden Kontinente Europa und Asien miteinander

Auf der Landzunge zwischen Goldenem Horn, Bosporus und Marmarameer liegt das Historische Zentrum von Istanbul mit der Haghia Sophia, dem Topkapi-Palast, der Blauen Moschee und anderen besonderen Sehenswürdigkeiten.

Blick vom Boot aus auf die Historische Altstadt von Istanbul

Drei Brücken verbinden den europäischen und den asiatischen Teil von Istanbul. Man kann mit dem Auto, mit dem Bus oder neuerdings auch mit dem Metrobus auf einer der Brücken den Bosporus überqueren. Inzwischen gibt es einen Tunnel unter dem Bosporus, durch den der ständig wachsende Verkehr etwas entlastet wird.

Brücken über den Bosporus

Während der Bootsfahrt auf dem Bosporus kommt man an bewaldeten Hängen, malerischen Fischerdörfern, alten osmanischen Palästen und modernen Villen der wohlhabenden Einwohner von Istanbul vorbei.

Am Südufer des Bosporus sieht man den Dolmabahçe-Palast, einen der größten Paläste der Türkei. Während der letzten Phase des Osmanischen Reiches diente er als Residenz der osmanischen Sultane, heute ist er eine der Hauptattraktionen Istanbuls. Ein Besuch des Palastes, der für seinen übermäßigen Prunk und Luxus bekannt ist, lässt die Glanzzeit der osmanischen Dynastie wieder aufleben.

Dolmabahçe-Palast , der“Palast der vollen Gärten“ auf den aufgeschüttenen Gärten einer früheren Sommerresidenz

Die gewaltige Festung Rumeli Hisari liegt auf der europäischen Seite des Bosporus, ein auffallendes Bauwerk. Sie wurde 1452 errichtet, neun Monate vor der Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmet II, um den Byzantinern den Nachschub abzuschneiden.

Festung Rumeli Hisari

In den nördlichen Vororten von Istanbul gibt es die Möglichkeit, auszusteigen und sich in den jeweiligen Orten umzusehen.

Hafen eines Vorortes von Istanbul
  • Haghia Sophia

Die Haghia Sophia gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken aller Zeiten. Fast 1000 Jahre lang war sie der größte Bau des Christentums, bis der Petersdom in Rom erbaut wurde. Die Haghia Sophia wurde von Konstantin dem Großen zwischen 532 und 537 wieder instandgesetzt, nachdem sie vorher zweimal abgebrannt war. Konstantin widmete die Basilika der „Heiligen Weisheit“ Gottes (griechisch: Haghia Sophia). Der letzte Gottesdienst wurde 1453 in der Haghia Sophia gehalten, danach fiel Konstantinopel endgültig in die Hände der Türken und wurde von Mehmet dem Eroberer in eine Moschee verwandelt. Unter Atatürk wurde die Haghia Sophia 1935 zum Museum erklärt. Seit 2020 wird die Haghia Sophia wieder als Moschee genutzt.

Haghia Sophia

Bei Betreten der Haghia Sophia fällt der Blick automaisch nach oben auf die gewaltige Kuppel. Ihre Spannweite beträgt rund 32 m; der Kuppelraum ist vom Fußboden bis zum Kuppelscheitelpunkt 55 m hoch. Die Haghia Sophia steht auf einer Grundfläche von 80 m Länge und 70 m Breite.

  • Blaue Moschee

Als Gegenstück zur ein Jahrtausend älteren christlichen Haghia Sophia war die Sultan-Ahmet-Moschee gedacht. Sie ist allgemein als Blaue Moschee bekannt, da zahlreiche blaue Fliesen im Innenraum die Kuppel und die oberen Wände zieren. Beide Heiligtümer sind Meisterwerke der Baukunst, und beide sind von der UNESCO als Weltkulturerbe geführt. Ein charakteristisches Merkmal des Bauwerks sind die sechs Minarette. Die Blaue Moschee ist die einzige Moschee mit sechs Minaretten, die jemals von den Osmanen gebaut wurde.

Blaue Moschee

Die Blaue Moschee vereint einige byzantinisch-christliche Elemente der Haghia Sophia mit traditioneller islamischer Architektur, sie gilt als die letzte große Moschee, die in der klassischen Bauweise errichtet wurde.

Die Sultan-Ahmet-Moschee (1609-1616 errichtet) ist meist unter dem Namen „Blaue Moschee“ bekannt, da sie mit mehr als 21.000 blaugrünen Keramikfliesen aus Iznik verkleidet wurde und die Fliesen besonders in der „Blauen Stunde“ den Innenraum blau erleuchtet scheinen lassen.

  • Hippodrom

Das Hippodrom war in byzantinischer Zeit das Zentrum der Stadt. Es ist ein länglicher Platz, der etwa 430 m lang und 120 m breit ist. Er liegt südwestlich von der Haghia Sophia, zur byzantinischen Zeit diente er als Hippodrom, so wie früher der Circus Maximus in Rom. Das Hippodrom war für Wagenrennen und öffentliche Veranstaltungen vorgesehen. Am Hippodrom kann man noch den Ägyptischen Obelisken sehen, allerdings ist nur noch das oberste Drittel des Originals erhalte, da der Obelisk beim Transport zerbrach.

  • Gewürzbasar (Ägyptischer Basar)

Der Besuch des Gewürzbasars in der Nähe des Galata-Turms ist wirklich empfehlenswert. Dort sind alle Düfte und Farben des Orients vereint. Schon der Anblick der in Pyramidenform schön arrangierten Gewürze ist eine Augenweide. Früher saßen die Händler im Schneidersitz auf einem Teppich, um mit Mörsel und Stößel ebenso phantasie- wie wirkungsvolle Pülverchen zuzubereiten, die bei allem helfen sollten, angefangen vom Hexenschuss, Halsschmerzen, Liebeskummer und manchen komplexen Fällen. Die pflanzlichen Mittel werden auch heute noch auf dem Gewürzmarkt angeboten und werden gern gekauft.

  • Theodosianische Mauer

Die fast 7 km lange Doppelmauer mit 11 Türmen, einem 20 m breiten Graben und 192 rund 20 m hohen Türmen zwischen Marmarameer und Goldenem Horn galt mehr als 1000 Jahre lang als unüberwindbar. Kaises Theodosius II (401-405) hatte das „Bollwerk des christlichen Abendlandes“, das nach ihm benannt wurde, errichten lassen. Erst 1493 hielt die stabile Mauer den Angriffen während der Eroberung von Konstantinopel nicht mehr stand, sir wurde aber kurz danach wieder instandgesetzt.

Theodosianische Mauer

Istanbul, die Weltstadt am Bosporus, scheint eine Märchenstadt mit zahlreichen Minaretten und Kuppeln zu sein, die morgens aus dem Schleier von tausendundeiner Nacht aufzutaucht. Hier begegnen sich tatsächlich Orient und Okzident, im wahrsten Sinne des Wortes.

Istanbul macht neugierig, es ist zu jeder Tageszeit eine weltoffene und reizvolle Stadt voller Kontraste, die laut, lebendig, märchenhaft und gegensätzlich ist, auf jeden Fall ist sie einzigartig, ebenso wie die legendäre Gastfreundschaft der Menschen dort. Der Bosporus macht Istanbul zu dem, was es heute ist: Eine pulsierende und weltoffene Weltstadt, die von den Kulturen zweier Kontinente geprägt wird wie keine andere.

35 Kommentare zu „Istanbul – einzigartige Weltstadt am Bosporus

      1. Vielen Dank, liebe Maria. Ich freue mich sehr darüber, dass der Beitrag Deine Neugier erhöht hat und Du vielleicht nächstes Jahr nach Istanbul fahren kannst. Es lohnt sich wirklich.
        Liebe Grüße, Marie

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    1. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar, Bernd. Wie so viele andere wünsche ich mir sehnlichst, dass endlich „Brot für die Welt“ verschifft werden kann und weiter Hoffnung besteht. Deshalb habe ich den Beitrag über Istanbul und den Bosporus gerade jetzt geschrieben, weil die Stadt und die Wasserstraße dabei eine sehr wichtige Rolle spielen.
      Friedfertige und herzliche Grüße, verbunden mit viel Hoffnung,
      Marie

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  1. Your photos are incredible! I love the way the water in the first photo mimics the spires in the architecture. It’s so beautiful and the interior dome photos showcase the bold colors and intricate designs. The Egyptian obelisk is stunning as well. Excellent post! Thanks for sharing!

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  2. Vielen Dank für Deine Worte, liebe Anna. Ich hätte Dir so sehr gegönnt, auch viel reisen zu können. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte und vielleicht einige Besonderheiten und Schönheiten dieser Welt anderen zeigen kann. Die Haghia Sophia ist wirklich ein Meisterwerk, inzwischen ist sie wieder eine Moschee, und viele der vor allem christlichen schönen, alten Bilder sind verdeckt, man kann sie nicht mehr sehen, so sagte man mir.
    Ich wünsche Dir das Allerbeste, liebe Grüße, Marie

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  3. Liebe Marie,
    Istanbul ist sooo schön! Es ist schon viel zu lange her, dass ich dort war. Vielen lieben Dank für die tollen Eindrücke und Fotos, die mich sehr motivieren, mal wieder Istanbul auf die Reiseliste zu setzen.
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,
      vielen lieben Dank für Deinen netten Kommentar. Ich kann Dir nur empfehlen, wieder nach Istanbul zu reisen, beim Durchsuchen der alten Bilder von 2014 ist mir erst wieder richtig bewusst geworden, was für eine besondere Stadt Istanbul ist.
      Liebe Grüße
      Marie

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  4. Liebe Rosemarie, ja, Istanbul ist wirklich eine der schönsten Städte auf unserem Planeten. Wir waren schon x-mal da und werden den Oktober dort erneut verbringen. Freuen uns schon jetzt auf das Kreischen der Möwen, das Tuten der Fährschiffe und das ganze Chaos. Viele Grüße von Michael und Gabi

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    1. Liebe Gabi, lieber Michael, vielen Dank für Eure Worte. Da habt Ihr etwas vor Euch, auf das Ihr Euch wirklich freuen könnt. Vor allem könnt Ihr jetzt gezielt das ansehen, was Ihr noch nicht kennt oder Euch intensiver sehen möchtet. Falls Ihr auf dem alten Flughafen landet, versucht auf der linken Seite, der Backboardseite, zu sitzen. Da hat man großartige Ausblicke auf den Bosporus.
      Eine schönen und interessanten Istanbulaufenthalt.
      Viele Grüße, Rosemarie

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    1. Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich. Wir hatten uns einmal in den Gassen verirrt und fragten einen Polizisten in einem winzigen Auto nach dem Weg. Zwei der Polizisten wurden in den „Kofferraum verfrachtet“, und wir wurden bis vor das Hotel gefahren.

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