Kinder der Welt – mein Lieblingsmotiv auf Reisen

Mein absolutes Lieblingsmotiv auf Reisen sind Kinder, die noch völlig unbefangen sind und natürlich und offen reagieren. Wenn ich ein Kind fotografiere, frage ich vorher immer die Eltern oder Erzieher um die Genehmigung zu fotografieren, aber ich habe es noch nie erlebt, dass die Betreffenden nicht damit einverstanden waren, dass ich ihre Kinder ablichtete. Sie waren fast immer stolz darauf, dass ich gerade ihr Kind für ein Foto ausgewählt hatte. Für die Kinder war es offensichtlich schön, dass sie im Mittelpunkt meines Interesses standen. Sie freuten sich immer besonders, wenn ich ihnen auf dem Display „ihre“ Fotos zeigte.

Myanmar

Mädchen auf einem Markt in Bagan

Die größte Anzahl von Kinderfotos habe ich in Myanmar gemacht, zuerst war ich allein dort, danach waren wir zu zweit oft im Land, weil wir uns seit 13 Jahren für eine Waisenhaus-Stiftung engagieren und im Land öfter die verschiedenen Waisenhäuser besucht haben.

Fröhlicher Junge am Ufer des Ayeyarvady in der Nähe von Bagan, Myanmar
Ankunft eines Mädchens im Waisenhaus, das kurz zuvor ihre Eltern bei Gefechten verloren hatte
Mädchen in der Shwedagon-Pagode, Yangon
Waisenkinder in der Nähe von Nyaung Shwe, Myanmar

Kambodscha

Eine der interessantesten, wenn auch anstrengendsten, Bootsfahrten haben wir mit einem Versorgungsboot von Battambang über den Tonle-Sap-See bis Siem Reap gemacht. An einer der Haltestellen auf einer Insel im See freuten sich die Kinder über die Abwechslung und kamen auf uns zu und wollten alles Mögliche von uns wissen.

Bootskinder auf dem Tonle-Sap-See

Vietnam

Vor vielen Jahren waren wir gerade am vietnamesischen Nationalfeiertag in Ho-Chi-Minh-City (früher Saigon). Die ganze Stadt war festlich geschmückt, und auch die Menschen hatten sich dementsprechend gut angezogen. Das kleine Mädchen hatte offensichtlich seinen Festtagsanzug an. Es war es nicht gewohnt, Ausländer zu sehen und war zunächst sehr zurückhaltend.

Laos

Im Südosten von Laos in einem kleinen Dorf waren die Kinder mir gegenüber besonders zutraulich. Obwohl sie in sehr einfachen Verhältnissen lebten, waren sie fröhlich und spielten mit allem, was sie fanden. Dieses kleine Mädchen hatte es mir besonders angetan, es erinnerte mich an meine eigene bescheidene, aber glückliche Kindheit in Oberbayern.

China

In Yangshou hatten wir uns eine Motorradrikscha gemietet, die uns überall in das nähere und weitere Umland brachte. In einem kleinen Gehöft bereitete die Mutter kleine Fische aus dem Li-Fluss zu. Der Junge zeigte mir stolz seine neue Sonnenbrille, die an für sich viel zu groß für sein kleines Gesicht war. Das Kind war jedoch sichtlich glücklich über seine Errungenschaft.

In einem kleinen Dorf in der Nähe von Yangshou, Südchina

Ich war erstaunt, dass viele der tibetischen Pilgerinnen, die manchmal tagelange Fußmärsche durch Wind und Wetter hinter sich hatten, trotzdem noch Toilettenpapier o.ä. für die Reinigung ihrer Kinder mitgebracht hatten. Erfreulich war, dass sie nirgendwo ihren Abfall einfach liegen ließen, sonderen sie sammelten alles ein und nahmen es bis zur nächsten Entsorgungsstelle mit.

Tibetsche Pilgerin

Japan

In Kagoshima, einer japanischen Hafenstadt an der Südwestspitze der Insel Kyūshū, sahen wir öfter Gruppen von jeweils vier Kindergartenkindern, die in einer Art Kinderwagen zu verschiedenen Spielplätzen der Stadt transportiert wurden. So konnte keines der Kinder verloren gehen, sie waren außerdem nicht durch den dichten Verkehr im Stadtzentrum gefährdet. Alle Kinder hatten Mütze in der gleichen Farbe an.

Kindergartenkinder in Kagoshima, Japan

In einem kleinen Dorf in der Nähe von Nagasaki gab mir eine Mutter die Erlaubnis, ihre kleine Tochter zu fotografieren. Sie selbst hatte bereits öfter Besucher aus westlichen Ländern gesehen, das kleine Mädchen offensichtlich noch nicht. Es sah mich völlig erstaunt an.

Kleines Mädchen in Nagasaki, Japan

Bali und Lombok, Indonesien

Der kleine Junge auf Lombok, der Schwesterinsel von Bali, lachte so unbekümmert fröhlich, dass man selbst bei dem Anblick gute Laune bekam.

Kleiner Junge in einem Dorf auf der Insel Lombok

In Bali, Indonesien, sah ich auf einem der vielen Dorffeste im Inneren der Insel das kleine Mädchen, das anlässlich des Festtages trotz Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit eine bestickte Wollmütze trug. Der Vater war sichtlich stolz auf seine kleine Tochter.

Vater mit Tochter bei einem Dorffest auf Bali

Mädchen an der Ostküste von Bali, das im Korb ihre Schulsachen und Essen auf dem Kopf trug

Philippinen

In Puerto Princesa, Insel Palawan, Philippinen, hatten die Menschen anlässlich des Sonntags, der dort für die Katholiken ein besonderer Festtag ist, ihre Sonntagskleidung an. Das Mädchen mit den Zahnlücken war auf den grünen Hut sehr stolz, sie hatte ihn vor kurzem auf der Straße gefunden und zeigte sich mit ihm in allen Variationen.

Schulkinder in Puerto Princesa auf der Insel Palawan, Philippinen

Fidschi

Auf den Fidschi-Inseln beeindruckte mich besonders die Herzlichkeit der Fidschianer, mit der sie uns als Besucher empfingen, überall hin mitnahmen und in ihre Kultur einführten. Die Kinder zeigten sich völlig offen und führten einige der Tänze vor und sangen Lieder, die sie von ihren Eltern übernommen hatten.

Kinder in einem Dorf auf der Hauptinsel Viti Levu, Fidschi

Die beiden letzten Bilder habe ich in den 1960er Jahren gemacht, als ich in jungen Jahren für ein Jahr in Lateinamerika war und nach einem halbjährigen Aufenthalt in Buenos Aires auch durch andere Länder des lateinamerikanischen Kontinents gereist bin. Immer wieder war ich überrascht und erfreut über die offene und hilfsbereite Art, mit der man mir unterwegs begegnet ist. Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl es damals nicht üblich war, als junge Frau allein durch Lateinamerika zu reisen.

Mexiko

In Mexiko-City, der Hauptstadt des Landes, sah ich auf dem Hauptplatz Plaza de la Constitución, auch Zócalo genannt, ein Mädchen und einen Jungen, die die Nationaltracht ihres Landes trugen. Die Mutter stand nicht weit von ihnen entfernt und passte auf ihre Kinder auf.

Kinder auf dem zentralen Platz von México-City, dem Zócalo, in ihrer Nationaltracht

Brasilien

Als ich vor vielen Jahren zwei Wochen lang bei einer Familie direkt am Copacabana-Strand in Rio de Janeiro verbrachte, konnte ich ungefährdet überall allein hingehen und hatte besonders viel Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung. Der Ipanema-Strand war damals noch kaum bebaut und wenig besucht, außer an Feiertagen. Die drei Mädchen sprachen mich an, weil es kaum Touristen gab und es damals nicht üblich war, dass eine Frau in Brasilien allein reiste. Sie wollten vieles von mir wissen und luden mich auch zu ihren Familien ein, die auf einem Berg in einer Favela wohnten. Ich war angenehm überrascht, wie sauber alles war und wie ungezwungen und herzlich sich die Einheimischen mir gegenüber verhielten.

Mädchen am Strand von Ipanema / Girls of Ipanema

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen“ (Mahatma Gandhi).

40 Kommentare zu „Kinder der Welt – mein Lieblingsmotiv auf Reisen

  1. Ein wundervoller Beitrag….
    Ich selbst habe in meine Kindheit/Jugend in verschiedene Heime verbringen müssen, aber wenn ich heute so zurückdenke, muss ich mir, trotz aller Widrigkeiten eingestehen, dass dies die schönste Zeit in meinem Leben war.
    Neben Geborgenheit waren auch Freundschaften, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaften an der Tagesordnung.
    LG

    Gefällt 2 Personen

    1. Ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar, da hast Du in Deiner Kindheit auch einiges mitgemacht. Für mich war meine Kindheit trotz aller Schwierigkeiten und ärmlichen Verhältnissen auch die schönste Zeit in meinem Leben, aus ähnlichen Gründen wie bei Dir.
      LG

      Gefällt 1 Person

  2. Danke, liebe Marie, für die vielen schönen Fotos. Unschuldige, liebenswerte Kinder, zurückhaltend aber freundlich und offenherzig. Wie sind die Kinder hierzulande? Ich muss gestehen, dass sich hier einiges negativ verändert hat. Frech, aufmüpfig und aggressiv. Sie nehmen sich nicht zurück und haben keinen Respekt vor den Erwachsenen. Unsere Wohlstandsgesellschaft hinterlässt viele Narben. Liebe Grüße, Gisela

    Gefällt 3 Personen

    1. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar, liebe Gisela. Es ist richtig, dass unsere Wohlstandsgesellschaft viele Narben hinterlässt, aber ich treffe auch immer wieder auf Kinder, die sich – manchmal erst auf den zweiten Blick – als nett und hilfsbereit zeigen.
      Ich wünsche Dir eine gute Woche, liebe Grüße, Marie

      Gefällt 1 Person

    1. Ganz herzlichen Dank für Deine netten Worte, liebe Traudl. Es freut mich sehr, dass Dir die Fotos auch gefallen, die Kinder kommen fast alle aus sehr einfachen Verhältnissen und sind trotzdem offen und meist fröhlich.
      Liebe Grüße, Marie

      Gefällt 1 Person

  3. Hallo Marie,

    da bist du ja ganz schön rumgekommen auf der Welt.
    Kurze Frage am Rande: Wollten Eltern auch mal Geld für die Fotos ihrer Kinder haben?
    S hat eigentlich nie absichtlich Menschen fotografiert. Allenfalls wenn wir unterwegs Leute kennen gelernt haben.
    Aber hin und wieder standen auf Märkten oder vor Touristischen Attraktionen Mütter mit ihren festlich gekleideten Kindern, oft in Kombination mit Tieren, und boten diese für Fotos gegen Geld an. Wir lehnten dann dankend ab und evtl. bereits auf meinem Arm befindliche Babys gab ich sofort wieder zurück.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüße
    Trude

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Trude,
      dort, wo ich die Fotos von dem Beitrag gemacht habe, habe ich es nie erlebt, dass jemand Geld für das Foto der Kinder haben wollte. Es waren auch nie Orte, an denen sich normalerweise Touristen aufhielten.
      Aber ich kenne es auch von Urlaubsregionen, wo die Eltern Geld für die Fotos wollten, aber da habe ich nicht fotografiert.
      Ich wünsche Dir einen schönen Tag,
      liebe Grüße, Marie

      Gefällt 1 Person

  4. I thoroughly enjoyed reading your post and you’re correct in that children are carefree and happy in their innocence, and will readily laugh and play. I’m sure you came away feeling lighthearted yourself.
    We took photos of the children in Myanmar as well and they smiled and we smiled a lot.
    Enjoy your beautiful memories!

    Gefällt 3 Personen

  5. Diese Kinderaugen! – Ich könnte stundenlang solche Bilder „studieren“.
    Ich erinnere mich, als ich noch ein kleines Mädchen war, zeigte mir meine Tante einen Bildband mit Kindern aus aller Welt – ähnlich wie deine hier, nur in schwarz/weiß. Damals schon war ich beeindruckt und jedes Mal, wenn wir bei meiner Tante zu Besuch waren, wollte ich dieses Buch sehen.

    Hab eine schöne Zeit, liebe Grüße
    Traudi

    Gefällt 2 Personen

  6. Da geht es DIr genau wie mir, ich könnte auch stundenlang diese Bilder betrachten. Es tut mir gut, gerade in der jetzigen Zeit, in der es so viele negative Nachrichten in den Medien gibt. Fast alle Kinder auf den Photos leben in schwierigen Verhältnissen und strahlen trotzdem so viel Positives aus.
    Ich wünsche Dir auch eine schöne Zeit, liebe Grüße,
    Marie

    Gefällt 1 Person

  7. Liebe Marie, ich liebe deine Fotos!
    Hach…..und diese faszinierenden Kinderportraits sind so unvergleichlich authentisch, so liebevoll von dir ins Bild gesetzt und sie berühren das Herz.
    Wunderbar, liebe Marie!
    Sonnige Sonntagsgrüße ☀️🌺 für dich ….von Rosie

    Gefällt 1 Person

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