Die Kölner Flora im November

Ein Besuch der Flora, des städtischen botanischen Gartens in Köln, ist für mich immer wieder sehr reizvoll. Bereits im zeitigen Frühjahr gehe ich gerne dorthin, wenn ersten Frühjahrsblüher zu sehen sind. Besonders die verschiedenfarbigen Tulpenbeete ziehen durch ihre Farbenpracht nicht nur mich, sondern auch andere Besucher an. Auch die Rosengärten sind für mich viele Monate lang ein erfreulicher Anblick, außerdem die 2008 angelegte Palmenallee, die erste in Deutschland.

Die Flora im November zu besuchen, schien mir bis jetzt nicht sehr verlockend. Ich ging davon aus, dass zu dieser Zeit nicht viel zu sehen ist. Da habe ich mich gründlich geirrt.

In die Beete, in denen sonst farbenfrohe Frühjahrsblüher, vor allem leuchtende Tulpen zu sehen sind, hat man winterarte Stiefmütterchen gepflanzt, so dass der Anblick nie langweilig wird.

Da die Sonne schien, saßen überall Besucher auf den Bänken und ruhten sich aus, genossen die Sonne und die schöne Atmosphäre oder lasen.

Besonders attraktiv sind für mich die Rosen, die „edelsten aller Blumen“. Die Rosenschau fand ich schon immer faszinierend. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Flora im Jahr 2014 wurde sogar eine besondere Strauchrose gezüchtet, die den Namen „Kölner Flora“ trägt. Jetzt blühen immer noch etliche Rosen, und das Mitte November. Selbst in den abgelegensten Ecken sieht man vereinzelt Rosen in verschiedenen Farben und Arten.

Auf dem Weg zum nördlichen Teil der Flora, der teilweise im Schatten lag, hatten die Laubbäume etliche Blätter abgeworfen. Die Blätter, die noch am Baum hingen, leuchteten in verschiedenen bunten Herbstfarben, wenn die Sonne darauf schien.

Als besonderen Reiz empfinde ich den Gegensatz zwischen den immergrünen Bäumen, den Gräsern wie Pampasgras und den herbstlichen Laubbäumen, den es in den anderen Jahreszeiten so nicht gibt.

In der Flora fällt mir immer wieder ein riesiger Baum auf, der seine Blätter nie abwirft, eine Aurakarie. Der Baum gehört zu den Koniferen, den Nadelhölzern. Ich habe einige Exemplare der Chilenischen Araukarie, die auch Andentanne genannt wird, zum ersten Mal in den chilenischen Anden in der gleichnamigen „Región de La Araucanía“ gesehen, dort werden einige der immergrünen Pino Araucana 40 bis 50 m hoch. Sie werden von den Ureinwohnern sehr verehrt, und sie tun alles dafür, um den Bestand zu erhalten.

Die schönen herabgefallenen Blätter des Gingo Baums wirken wie gelbe Farbtupfer auf dem noch immer grünen Rasen.

Dieses Mal fiel mir zum ersten Mal eine Tafel auf, die hinter den Ästen eines Baumes schwer auszumachen ist. Auf dieser Tafel steht ein Gedicht des deutschen Dichters und Naturforschers Johann Wolfgang von Goethe (28. August 1749 – 22. März 1832):

In ostasiatischen Ländern, vor allem in China, gibt es in verschiedenen Tempelanlagen und Pilgerstätten uralte Gingko Bäume gesehen, der Baum gilt dort als „Tempelbaum“. Der Ginkgo Biloba gilt unter anderem als Symbol der Hoffnung. Mit einer Höhe von bis zu vierzig Metern und einem Stammumfang von bis sechszehn Metern sind diese Bäume wirklich gewaltig. Es ist keine Seltenheit, wenn diese Baumriesen mehr als 1000 Jahre alt werden.

19 Kommentare zu „Die Kölner Flora im November

    1. Vielen Dank fürs Vorbeischauen, liebe Meggie. Am Wochenende war es ungewöhnlich schön und sonnig, das musste man ausnutzen. Das ist jetzt leider vorbei, aber man kann sich zumindest daran erinnern und an den Fotos erfreuen.
      LG Marie

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  1. All your photos show us the incomparable beauty of the flora in the Botanical Garden of Colonia. It is a real delight to watch them. What caught my attention was the Pino Araucano from Chile. The species is protected in large conservation areas and it is also prohibited to cut them down, although forest fires endanger their existence. It was declared a natural monument. A great article Mary. Happy week.

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    1. Thank you very much for you kind words, Manuel A., I am very happy that you liked the article about the Cologne flora. The Pino Araucano is something very special. I just saw a report that this tree has existed even longer than the Andes. I wish you a nice weekend.

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  2. Was für eine schöne und friedliche botanische Umgebung! Wie du, Marie, bevorzuge ich Rosen. Ich wusste jedoch nie, dass der Gingko als Tempelbaum gilt oder dass er so lange lebt. Nochmals vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen und Einsichten mit den Lesern teilen, liebe Freundin. Mit Liebe, A.

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    1. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar, liebe Anna. Den Gingko Baum sieht man seit einiger Zeit auch gelegentlich in heimischen Gärten, er ist schon allein wegen seiner ungewöhnlichen Blattform beliebt, viele wissen aber nichts über seinen Ursprung und seine Bedeutung als Tempelbaum, wenn sie ihn pflanzen. Liebe Grüße, Marie

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    1. Thank you very much. I feel the same way, I especially enjoy beautiful flowers, but the Andean fir and the pampas grass are really something particularly striking. I wish you a wonderful week.

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