Rio de Janeiro 1963 – „Cidade maravilhosa“

Es gibt viele schöne Städte auf der Welt, aber die schönste und interessanteste Stadt ist für mich nach wie vor Rio de Janeiro. Es ist vor allem die einmalige Landschaft von Rio mit den vielen Buchten, die man besonders gut abends vom Zuckerhut aus sieht, wenn überall die Lichter angehen. „Cidade maravilhosa“, wundervolle Stadt, so nennen die Bewohner von Rio, die „Cariocas“, ihre Stadt.

Die „schönste Stadt der Welt“ von oben gesehen, Postkarte von 1963

Auf dem Bild sieht man von oben die Christusstatue – „Cristo Redentor“ auf dem Berg Corcovado, links davon die Bucht von Botafogo, rechts einen Teil der Stadt und vorne Pão de Açúcar („Zuckerbrot“) . Hinter dem Hügel rechts liegt der schöne Strand von Copacabana.

Blick auf den Strand von Copacabana, die Festung Arpoador und den Strand von Ipanema, Postkarte von 1963

Das erste Mal war ich 1963 allein für längere Zeit in Rio der Janeiro. Eine deutsche Familie, die ich im Haus meiner Freundin Angela in Buenos Aires kennenlernte, hatte mich eingeladen, sie in ihrer Wohnung in Río zu besuchen und einige Zeit in dem Zimmer ihrer Tochter zu wohnen. Die Familie wohnte direkt am Strand von Copacabana, und vom Zimmerfenster aus konnte ich einen Teil des Strandes mit dem Zuckerhut im Hintergrund sehen.

Blick aus meinem Zimmer nach Norden mit einem Teil des Strandes

Zur anderen Seite hin sah ich den Strand und die Festung Arpoador. Es war eine traumhafte Lage, und ich genoss jeden Tag, um die Strände entlang zu gehen oder mit dem Bus in die Stadt zu fahren und Río de Janeiro zu erkunden.

Strand von Copacabana mit dem Fort de Copacabana, 1963

Zu der damaligen Zeit konnte ich unbeschwert und ohne belästigt zu werden die beiden Hauptstrände von Río, Copacabana und Ipanema, entlangspazieren und begegnete nur wenigen Menschen.

Avenida Atlántica und Strand von Copacabana 1963

Rio de Janeiro war 1963 auch für eine allein reisende junge Studentin wie mich ziemlich ungefährlich, allerdings habe ich immer gewisse Sicherheitsregeln beachtet.

Strand von Copacabana mit Zuckerhut im Hintergrund

Auf der anderen Seite des Copacabana-Strandes ging ich bis zum Forte de Copacabana, einer Militärbasis, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist und in der sich das Museu Histórico do Exército befindet. Wenn ich das kleine Kiefernwäldchen durchquerte, befand mich auf dem damals wenig besuchten Strand von Ipanema. Einmal begegnete ich drei reizenden Mädchen, die mich einluden, sie in ihrem „Elternhaus“, einer Favela auf einem Hügel, zu besuchen, was ich auch einmal tat. Beim Anblick der Mädchen dachte ich an den Song von Antonio Carlos Jobim „Garota de Ipanema“ -„Das Mädchen von Ipanema-, der zu der Zeit aus allen Lautsprechern ertönte. Es wurde zu einem der weltweit bekanntesten Songs des Bossa Nova. 

Drei Mädchen am Strand von Ipanema, die ich kennengelernt hatte: „Girls of Ipanema“ 1963

In Río de Janeiro war damals eine unglaubliche Leichtigkeit, Lebendigkeit und Lebensfreude zu spüren, überall erklang Samba- oder Bossa-Nova-Musik. Wenn irgendjemand eine Gitarre oder ein anderes Instrument spielte, kamen von überall her Cariocas mit Topfdeckeln oder anderem hinzu und schlugen im Rhythmus den Takt. Bei meinem letzten Besuch von Río vor einigen Jahren war leider davon nicht mehr viel zu spüren, zumindest nicht so spontan auf den Straßen oder Stränden.

Die Christusstatue – Cristo Redentor auf dem Corcovado

Von fast von überall her sah ich die Christusstatue hoch oben auf dem Corcovado, und ich fuhr mehrfach hinauf, um von oben den Anblick von Rìo zu genießen. Aber auch von der Plattform des Zuckerhutes – Pão de Açúcar („Zuckerbrot“) – boten sich wunderschöne Aussichten, vor allem abends.

Blick von der Mittelstation der Zahnradbahn auf den Zuckerhut auf die Bucht von Botafogo

Auf dem Bild sieht man die Mittelstation des Pão de Açúcar , links davon die kleine Bucht Praia do Vermelho, dahinter links der Copacabana-Strand, und kaum zu sehen ist der Ipanema-Strand. Rechts davon befindet sich Praia do Botafogo. Hinten ist als Lichtpunkt die Christusstatue zu sehen, Cristo Redentor.

Blick abends vom Zuckerhut auf Río de Janeiro

Blick vom Zuckerhut auf die Bucht von Botafogo und die erleuchtete Christusstatue hinten auf dem Berg

Río de Janeiro war damals von Musik erfüllt, von überall hörte man die mitreißende Gitarren- und sonstige Musik, unter anderem von dem damals sehr bekannten Musiker João Gilberto. Auch die Musik zu dem Film „Orfeo negro“, der 1959 überwiegend mit afrobrasilianischen Laiendarstellern gedreht wurde, hörte man sehr oft.

Drei Schallplatten, die ich 1963 aus Rio mitgebracht hatte

Die brasilianische Metropole Río de Janeiro gehört für mich nach wie vor zu den aufregendsten Städten der Welt, allerdings hat sich im Laufe der Jahre dort viel geändert, das habe ich bei meinem letzten Besuch vor einigen Jahren gesehen. Die einzigartige Landschaft ist jedoch unverändert, sie ist nun offiziell Teil des UNESCO-Welterbes.

12 Kommentare zu „Rio de Janeiro 1963 – „Cidade maravilhosa“

  1. Sin lugar a dudas es una ciudad maravillosa por todo lo describes y que no decir de sus famosos carnavales. Las fotos que has acompañado, dan cuenta de todo lo que has reseñado. Que tengas un buen fin de semana Marie.

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    1. Muchas gracias por tu amable comentario, Manuel. Río es realmente una ciudad extraordinaria, y me alegro de haber podido experimentarla en una época favorable. Te deseo un maravilloso fin de semana, Marie

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    1. Vielen Dank für Deine netten Worte, liebe Gisela. Ich bin sehr froh, dass ich die Stadt zu einer Zeit sehen konnte, als es dort nicht so viele Probleme gab. Liebe Grüße, Marie

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  2. Querida Marie, realmente fueron muy interesantes las experiencias que viviste en Río de Janeiro aquel año de 1963, el indio de una década maravillosa e inolvidable. Qué dicha haber conocido ese lugar tan lindo en una época de mayor tranquilidad. Gracias por el texto y las imágenes. Cómo siempre, recibe mi admiración y respeto con amistad. Saludos hasta Alemania.

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  3. Hola Marie, me encanta la comparación de épocas que haces, no hay duda que ambas son muy bellas y tienen lo suyo, yo prefiero lo tranquilo como lo que visite en 1963, pero también siendo uno de los países más poblados en Latinoamérica, tiene su crecimiento, y lo vemos en el lo grande que se ha vuelto el Carnaval. Un fuerte abrazo

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