Porto und Douro – Portugal

Im Sommer fahren die Deutschen alle nach Spanien! Da scheint die Sonne, das Wasser ist warm, es gibt deutsches Bier und man spricht deutsch. Das Nachbarland Portugal ist da etwas abgehängt: mit deutsch kommt man nicht weit, englisch geht. Wir sind in das Land gereist, nach Porto und Lissabon.

Der Billigflieger hat uns nach Porto gebracht, nach knapp zwei Stunden sind wir da. Mit der Metro – eigentlich nur eine Straßenbahn – fahren wir nach Vila Nova de Gaia auf der anderen Seite des Duoro. Sie wird als Vorort von Porto betrachtet, ist aber eine eigene Stadt.

 Vila Nova de Gaia vom Ausflugsboot aus gesehen

Nur kennt niemand die Rua do Agueiro, wo unser Quartier liegt. Wir irren mit Gepäck eine halbe Stunde durch die hügelige Gegend und fragen in jedem Geschäft, bis endlich einer die Freundin Google fragt. Danach geht es zum Sightseeing. In Vila Nova am Duoro – Metro Jardim do Morro – liegt ein mächtiges Kloster Mosteiro da Serra do Pilar, es gleicht einer Festung.

Mosterio da Serra do Pilar mit Ponte Dom Luis I

Von der Terrasse haben wir einen wunderschönen Blick auf Porto am anderen Flussufer im Sonnenschein.

Blick auf Porto vom Mosteiro da Serra do Pilar

Über die Ponte Dom Luis I laufen wir dorthin. Das alte Hafenviertel Ribeira verlockt zum Bummeln, ungezählte Bars, Cafés und Restaurants am Ufer warten auf Gäste.

Hafenviertel Ribeira

Uferpromenade von Ribeira

Hier fahren auch Ausflugsboote zu einer einstündigen Rundfahrt ab.

Wir streifen bergan durch die engen Gassen mit ihren alten Häuschen; hier findet man noch kleine Geschäfte wie bei uns in den 50iger Jahren, wo man Krimskrams wie Kabel und Stecker mit fachkundiger Bedienung bekommt, nur nicht den für meinen Rasierer. Beim Bäcker oder Metzger machen die Frauen noch Schwätzchen mit dem Inhaber, wie in alten Zeiten; die Zeit ist hier einfach stehen geblieben; schön!

Enge Straßen in Porto

Der mächtige Bischofspalast im Barockstil prägt das Bild der Stadt, er ist zum Fluss ausgerichtet. Dahinter liegt die Kathedrale Sé, deren Ursprung bis ins 12. Jahrhundert reicht. Drinnen wirkt die Kirche etwas düster, eng; doch der Besuch lohnt.

Bischofspalast und Kathedrale Sé von Vila Nova de Gaia aus gesehen

An die Terrasse grenzen wieder enge Gässchen mit den typischen, mit blauen Azulejos, Kacheln mit Motiven aus vergangenen Zeiten geschmückten Häusern, alles handgemalt. 

Nicht weit entfernt liegt ein Highlight der Stadt, der Bahnhof São Bento. Einer Bahnstation gleicht er nun wirklich nicht: Die Decke ist mit Stuckornamenten geschmückt, die Wände sind mit Tausenden von blauen Kacheln mit mittelalterlichen Szenen und Landschaften verziert.

Im Bahnhof Sao Bento

Verlässt man den Bahnhof wieder, stößt man gegenüber auf die Igreja dos Congregados, die Fassaden wieder mit den Kacheln geschmückt.

Der Weg führt uns weiter bergauf, ein bisschen Sport muss ja sein, zum Torre dos Clérigos, 76 m hoch und freistehend, früher eine Orientierung für die Seefahrer. Dabei kommen wir zunächst an der Praca Liberdade mit dem Rathaus und der Statue von Dom Pedro IV vorbei.

Statue von Dom Pedro IV , dahinter links das Rathaus

links von der Kirche Torre dos Clérigos

Hinter uns rumpelt wieder eine dieser alten, museumsreifen Trambahnen vorbei, die zu der Doppelkirche do Carmo und Carmelitas fährt; die eine mit einer Renaissance-Fassade und drinnen vergoldete Altären, die zu einem Moment des Verweilens einladen. Die Kirche nebenan hat wieder eine blau-weiße Kachelwand, typisch für das ganze Land.

Azulejos an der Seitenwand der Kirche

Auf dem Rückweg passieren wir die berühmte Buchhandlung Lello, ein Muster des Jugendstils. Der Besuch ist mühsam: erst nebenan Tickets kaufen, dann in eine endlose Schlange reihen, schließlich die hohen Regale mit Büchern bestaunen und auf der schwungvollen runden Treppe vergeblich auf einen Moment für ein Foto warten; irgendein Tourist aus irgendeinem fernen Land ist immer mit drauf.

Livraria Lello

Decke in der Bücherei Lello

Treppe in der Buchhandlung Lello

Am nächsten Tag steht das Duoro-Tal auf dem Programm. Schnell ein Auto gemietet und raus aus der Stadt. Das mit dem Auto geht schnell; auf der Suche nach der Uferstraße irren wir durch die östlichen Vororte und finden den Weg nicht. Erst mehrfaches Fragen führt zum Ziel. Wir fahren über enge, kurvenreiche Straßen, durch kleine Dörfer, immer am Fluss entlang.

Bald sind die Berge links und rechts mit Weinreben geschmückt, tief eingeschnitten der Fluss.

Länger als geplant brauchen wir bis Pinhão, deshalb ist es hier genug. Wieder lockt der kleine Bahnhof einen Besuch.

Bahnhof von Pinhao

Auf 24 Kachelbildern sehen wir Darstellungen über den Weinanbau, die Lebensbasis dieser Region.

Am späten Nachmittag geht es zurück, zunächst wieder am Fluss entlang, immer mit Blick auf die Weinberge im warmen Licht der Nachmittagssonne.

Abschied von Pinhao

Doch dann wählen wir bei Regua die Autobahn, das geht schneller. Denkste! Plötzlich stoppt der Verkehr. Hinter einer Bergkuppe sehen wir dichte Rauchwolken. Ein Problem für das Land sind die vielen Waldbrände, kein Wunder bei der Hitze. Doch abends sind wir wieder im Quartier.

(Co-Autor Werner)

 

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